Jugendstrafvollzug „wachsam beobachten“

Wiener Superintendentialversammlung fordert Korrekturen im gegenwärtigen Jugendstrafvollzug

Wien, 30. April 2003 (epd Ö) „Wachsam beobachten“ soll die Öffentlichkeit die Probleme der Häftlingssituation von Jugendlichen. Das forderte die Superintendentialversammlung der Evangelischen Diözese A.B. Wien. In einer Erklärung des höchsten Leitungsgremiums der Diözese, das am 26. April im Albert-Schweitzer-Haus in Wien tagte, wird Besorgnis über die Entwicklung des Jugendstrafvollzuges in Wien geäußert. Von den Verantwortlichen in Rechtsprechung und Strafvollzug werden Korrekturen im gegenwärtigen Jugendstrafvollzug gefordert, „die vorrangig auf die Bedürfnisse der Betroffenen Rücksicht nehmen“. Insbesondere dürfe es keine Begegnungsmöglichkeiten von jugendlichen Straftätern mit erwachsenen Häftlingen geben. „Weiters müssen“, so die Erklärung, „auch in Extremsituationen humane Haftraumbedingungen vorliegen und die nötigen Freizeitmöglichkeiten geboten werden“.

Es müsse ein gesellschaftliches Anliegen bleiben, jungen straffällig gewordenen Menschen Chancen zu bieten, „damit sie in ihrem Leben wieder eine neue Perspektive bekommen“, fordert die Superintendentialversammlung. Einsparungen im Bereich des Jugendstrafvollzuges führten unweigerlich zu Spannungen und Fehlentwicklungen.

ISSN 2222-2464