Josef Marketz neuer römisch-katholischer Bischof in Kärnten

Im Klagenfurter Dom wurde die Bischofsweihe zweisprachig begangen. Foto: kathpress/Henning Klingen
Im Klagenfurter Dom wurde die Bischofsweihe zweisprachig begangen. Foto: kathpress/Henning Klingen

Superintendent Sauer: „Vielfalt stets als Bereicherung verstanden“

Klagenfurt (epdÖ) – Mit einem Festgottesdienst im Klagenfurter Dom wurde Josef Marketz am Sonntag, 2. Februar, zum neuen Bischof der römisch-katholischen Diözese Gurk geweiht. Der frühere Direktor der Kärntner Caritas folgt auf Alois Schwarz, der 2018 als Bischof nach St. Pölten gewechselt war. Der evangelische Superintendent der Diözese Kärnten und Osttirol, Manfred Sauer, würdigte in seinem Grußwort Marketz‘ „Achtsamkeit und Einsatz für eine gerechte Welt“. In Richtung des neuen Bischofs sagte er wörtlich: „In deinem bisherigen Wirken, in deiner Verkündigung und in deiner karitativen Grundhaltung, geht es dir um Würde und Respekt, um die Vielfalt des Glaubens und der Konfessionen. Die kulturelle und sprachliche Vielfalt, mit der wir hier in Kärnten gesegnet sind, hast du stets als Bereicherung und nie als Bedrohung verstanden“, so der Superintendent, der sich zugleich zuversichtlich über künftige gemeinsame Schritte in der Ökumene zeigte.

Gerade angesichts der aktuellen, tagtäglichen Katastrophenmeldungen aus aller Welt halte er es für eine wesentliche Aufgabe eines Bischofs, den Menschen Mut zu machen und andere Perspektiven aufzuzeigen. „Die Wunder und das Wunderbare der Schöpfung Gottes sichtbar zu machen und zur Sprache zu bringen – ich halte das gerade heute, in dieser bedrohten Zeit für einen ganz wesentlichen Auftrag eines Bischofs“, so Sauer wörtlich und weiter: „Mitzuhelfen, das Schöne und Gute zu erkennen und zu fördern. Ein Bischof kann in besonderer Weise, den Blick für das Wunderbare schärfen und viele Menschen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen für das kostbare, vielfältige Leben auf Gottes Erdboden.“

In der Kirche muss für alle Menschen Platz sein, betonte der neue Bischof Marketz in seiner kurzen Ansprache. Er sprach von der Notwendigkeit einer „einladenden Kirche“, die freilich glaubwürdige Personen brauche, die hinter dieser Einladung stünden. Zugleich müsse in der Kirche eine große Weite spürbar sein, „in der für jeden ein Platz ist“. Jeder Christ sei dazu aufgerufen, so Marketz. Gerade auch die Caritas – sein bisheriges Wirkungsfeld – müsse für diese einladende und weite Kirche stehen. Der 64-jährige Marketz, selbst Kärntner Slowene, hob auf Slowenisch den wichtigen Beitrag der slowenischsprachigen Bevölkerung für Kirche und Land hervor. Aufgrund der Zweisprachigkeit in der Diözese fand der Gottesdienst auf Deutsch und Slowenisch statt. So wurde eine Lesung auf Slowenisch vorgetragen und das Vaterunser in beiden Sprachen gebetet.

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ISSN 2222-2464