Job des Lebens

Österreich braucht 30.000 zusätzliche Pflegekräfte – Wirtschafts- und Gesundheitsministerium starten mit Hilfsorganisationen Imagekampagne

Wien, 23. Juni 2004 (epd Ö) Wirtschafts- und Gesundheitsministerium starten gemeinsam mit zahlreichen Hilfsorganisationen eine Imagekampagne für Pflegeberufe. Unter dem Motto „Pflegeberufe. Der Job des Lebens“ sollen Pflegeberufe als „lebensfrohe und zeitgemäße Berufe“ in der modernen Gesellschaft platziert und „schmackhaft“ gemacht werden, wie Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bei der Präsentation der Kampagne am Montag in Wien unterstrich. Derzeit gebe es rund 550.000 pflegebedürftige Personen in Österreich. Diese Zahl werde in den nächsten 25 Jahren auf etwa 800.000 Menschen steigen, so der Minister. Zugleich brauche es in den kommenden zehn Jahren bis zu 30.000 zusätzliche Beschäftigte im Pflege- und Betreuungsbereich. Diese Zahl könne man nur erreichen, wenn u.a. auch das Image der Pflegeberufe deutlich verbessert werde.

Für die Ausübung dieses Berufs seien, so Caritas-Präsident Franz Küberl, zwei Schlüsselqualifikationen erforderlich: Professionalität und Menschlichkeit. Werner Kerschbaum vom Roten Kreuz wies darauf hin, dass derzeit noch 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen von Familienangehörigen gepflegt würden. Das lasse sich auf Grund der demographischen Entwicklung nicht mehr lange aufrechterhalten.

Attraktiver Beruf

Die Attraktivität des Berufsfeldes „Pflege“ strich Monika Geck von der evangelischen Diakonie hervor. Pflege biete einen vielseitigen und herausfordernden Arbeitsbereich mit vielen Möglichkeiten. Notwendig sei eine breite Zugangsmöglichkeit zum Pflegeberuf auf verschiedenen Ebenen, so Geck. Dabei sollten nicht nur Jugendliche für den Pflegeberuf begeistert, sondern auch Umsteiger und Spätberufene ins Boot geholt werden.

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat plädierte für eine österreichweite Regelung der Sozialberufe. Beschäftigte müssten überall zu den gleichen Bedingungen ausgebildet werden und in allen Bundesländern einsetzbar sein.

Ein weiteres Problem neben dem mäßigen Image und der Finanzierung ist die hohe Drop-Out-Quote bei Pflegeberufen. Für Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat ist dies vor allem auf die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen.

Die Kampagne „Pflegeberufe. Der Job des Lebens“ läuft flächendeckend in ganz Österreich von 21. Juni bis Ende Juli mit TV-, Radio- und Kino-Spots, Plakatwerbung, Anzeigen in Tageszeitungen und Magazinen sowie Broschüren und einer eigenen Website (www.jobdeslebens.at). Im September wird die Aktion mit einer zweiten Plakatserie und Schulwerbung fortgesetzt. Neben dem Wirtschafts- und Gesundheitsministerium stehen Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Volkshilfe und Hilfswerk Österreich hinter der Kampagne.

www.jobdeslebens.at

ISSN 2222-2464