Islamische Glaubensgemeinschaft verurteilt Terror

„Durch die islamische Theologie mit nichts zu begründen“

Wien, 13. Juli 2005 (epd Ö) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich hat am 7. Juli die Anschläge in London „auf das Schärfste“ verurteilt. Solche „Akte beispiellosen Terrors, denen unbeteiligte, unschuldige und nicht bewaffnete Menschen zum Opfer gefallen sind“, seien „durch die islamische Theologie mit nichts zu begründen“. In großer Betroffenheit gebühre den Opfern und deren Angehörigen volles Mitgefühl, erklärte der Wiener SP-Gemeinderat und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar Al-Rawi. Für die grausamen Attentate gebe es keinerlei Rechtfertigung, „sie sind durch nichts zu legitimieren – weder politisch noch religiös“. Die Urheber seien als Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuzuführen, meinte Al-Rawi.

Er wandte sich auch an die islamische Gemeinschaft – mit dem „dringenden Appell, in dieser traurigen und bedrückenden Zeit, in der aus vielen Kommentaren herauszuhören ist, dass das Misstrauen gegen Muslime generell wächst, durch persönliches Auftreten aktiv die große Verantwortung wahrzunehmen, den friedlichen Weg des Dialogs zu fördern“. Eine klare islamische Haltung, die im friedlichen Zusammenleben sichtbar mache, dass „unser Auftrag im ‚Wetteifern um gute Taten’ liegt, soll unseren Beitrag darstellen, dass ein Klima des sozialen und religiösen Friedens in Europa Bestand hat“. Respekt und Akzeptanz von Menschen anderen Glaubens und anderer Weltanschauung seien ein Gebot, betonte Al-Rawi. Diese Haltung sei auch durch die Österreichische Imame-Konferenz im April in Wien deutlich und unmissverständlich dokumentiert.

ISSN 2222-2464