Islam in Österreich noch lange nicht akzeptiert

Islamische Glaubensgemeinschaft kämpft gegen Vorurteile

Wien, 5. September 2001 (epd Ö) Für den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, sind Muslime in Österreich „noch lange nicht akzeptiert“. Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Furche“ nannte Schakfeh dafür mehrere Gründe: Zum einen befinde sich der Islam in Österreich „noch in der Aufbauphase“. Andererseits gebe es aber auch Vorurteile, mit denen der Islam zu kämpfen habe.

Zum schlechten Image würden auch die Ereignisse in Afghanistan beitragen. Schakfeh stellt aber klar, dass sich die Glaubensgemeinschaft in Österreich „von den Herrschenden in Afghanistan schon längst distanziert“ habe. Man könne sich mit diesen Menschen „in keiner Weise identifizieren“. „Wir akzeptieren die Ordnung zwischen Staat und Religion“, so der Präsident weiter.

„Gleichwertigkeit von Mann und Frau“

Auch den Vorwurf, dass Frauen im Islam eine minderwertige Stellung einnehmen würden, weist er zurück. Der Islam sei wahrscheinlich die erste Religion gewesen, „welche die Gleichwertigkeit von Mann und Frau festgeschrieben“ habe. Der Islam hindere niemanden, daran zu arbeiten oder sich gesellschaftlich zu entfalten, allerdings schreibe er auch „bestimmte sittliche und ethische Haltungen vor“.

ISSN 2222-2464