„Islam genauso demokratiefähig wie andere Religionen“

Plattform „Christen und Muslime“: „Zurück zur Sachlichkeit!“

Wien (epd Ö) – Eine „Reihe offenkundiger Schwächen, die geeignet sind, die Fakten zu verzerren“, hat die Plattform „Christen und Muslime“ am Dienstag im Blick auf die jüngste Muslime-Studie des Innenministeriums festgestellt. Die „umstrittenen Äußerungen“ von Innenministerin Liese Prokop hätten eine „vielfach polarisierende Angstdebatte über die Ausländerintegration in Österreich ausgelöst“. Umso wichtiger sei es, die jetzt hohe öffentliche Aufmerksamkeit zu nutzen, um zu einer Versachlichung der Debatte über dieses sensible Thema zu kommen, heißt es in der von den katholischen Publizisten Heinz Nußbaumer und Peter Pawlowsky sowie von der Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Carla Amina Baghajati, unterzeichneten Aussendung.

Die konkreten Kritikpunkte der seit zwei Monaten existierenden Plattform an den veröffentlichten Teilen der Integrationsstudie: Die Muslime in Österreich seien nicht repräsentativ erfasst, nur Personen aus der Türkei und Bosnien seien befragt worden; zudem fehlten alle Differenzierungen nach Alter, Geschlecht, Wohnort und Aufenthaltsdauer. Unbekannt seien sowohl die Fragestellungen als auch das Profil der Beantworter: „Sind Frauen ausreichend zu Wort gekommen? Die Studie gibt jedenfalls über deren Selbsteinschätzung und Meinungen keine Auskunft.“ Die Unklarheit über das Alter lasse eine „entscheidende Frage unbeantwortet: Ob nämlich die Integration in der zweiten und dritten Generation fortschreitet“.

Leichtfertige und riskante Schlüsse

Die Plattform „Christen und Muslime“ hält es aus diesen Gründen für „leichtfertig und riskant“, aus der Studie des Innenministeriums gültige Schlüsse auf die Integrationswilligkeit der in Österreich lebenden Muslime zu ziehen.

Die im März neu gebildete Plattform „Christen und Muslime in Österreich“ hat sich zum Ziel gemacht, das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Österreich auf der Basis von Vertrauen, Respekt und besserem gegenseitigem Verständnis krisenfest zu entwickeln. Die Plattform war der Öffentlichkeit im März u.a. von Paul Schulmeister von der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), vom Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Anas Schakfeh, von den katholischen Publizisten Heinz Nussbaumer und Barbara Coudenhove-Kalergi, der Islambeauftragten der Diözese Feldkirch, Elisabeth Dörler, von Diakonie-Direktor Michael Chalupka und dem evangelische Pfarrer Erwin Neumann präsentiert worden.

ISSN 2222-2464