ISIS-Terror: Kirchen für internationales Eingreifen

Mosul ist eine Stadt im Norden des Irak am rechten Ufer des Tigris, circa 350 Kilometer nördlich von Bagdad. Sie ist mit rund 2.882.000 Einwohnern nach Bagdad die zweitgrößte Stadt des Landes. (Foto: wikipedia)
Mosul ist eine Stadt im Norden des Irak am rechten Ufer des Tigris, circa 350 Kilometer nördlich von Bagdad. Sie ist mit rund 2.882.000 Einwohnern nach Bagdad die zweitgrößte Stadt des Landes. (Foto: wikipedia)

Gemeinsame Erklärung von Spitzenvertretern der Kirchen in Österreich

Wien (epdÖ) – Die christlichen Kirchen in Österreich fordern ein internationales koordiniertes Vorgehen gegen den Terror der ISIS-Truppen („Islamischer Staat im Irak und Syrien“) im Irak. Die österreichische Regierung sei aufgerufen, gemeinsam mit weiteren EU-Ländern bei den Vereinten Nationen für „zweckdienliche Maßnahmen“ einzutreten, um den Terror zu beenden und im Irak den Aufbau eines Staatswesens zu ermöglichen, „das auf gleichen Rechten für alle Bürger, unabhängig von ihrer religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit, basiert“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Spitzenvertretern der christlichen Ökumene. Weiters befürworte man Sanktionen seitens der USA und der EU, die die ISIS finanziell treffen.

Unterzeichnet wurde die Erklärung von Kardinal Christoph Schönborn, dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenios Kardamakis, dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker, dem Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Superintendent Lothar Pöll, sowie dem Präsidenten der ökumenischen Stiftung „Pro Oriente“, Johann Marte.

Das Vorgehen der ISIS im Irak – speziell in Mosul – gegen ChristInnen und andere religiöse Minderheiten stelle laut der Erklärung einen „Anschlag auf die Grundlagen der Zivilisation, der Menschenwürde und der Menschenrechte“ dar und zugleich eine „verabscheuungswürdige Lästerung des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Das „weitgehende Schweigen der Weltöffentlichkeit“ angesichts dieses „Kreuzweges der Christen von Mosul“ stelle einen „Skandal“ dar, so die Unterzeichner.

Man verneige man sich „in tiefer Ehrfurcht vor dem Glaubenszeugnis der Christen von Mosul“, heißt es weiter. Diese seien „die würdigen Erben jener großen mesopotamischen Tradition, die der Welt (…) unzählige Märtyrer, Theologen, Gelehrte und schlichte Zeugen des Glaubens (…) geschenkt hat“.

Für den 8. August laden die Unterzeichner die österreichischen ChristInnen zu einem „Tag des Fastens und der Fürbitte für die irakischen Christen und für deren muslimische Freunde“ ein. Zugleich rufen die Kirchen als Zeichen der Verbundenheit zu Spenden für die österreichische „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) und „Kirche in Not“ auf, „damit den völlig mittellosen Christen, die im kurdischen Autonomiegebiet großzügige Aufnahme gefunden haben, auch materiell geholfen werden kann“.

ISSN 2222-2464