Internationaler Bodensee-Friedensweg 2015

Rund 600 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechstenstein versammelten sich am Bodensee in Bregenz um für Frieden und gegen Krieg Stellung zu beziehen. (Foto: Ulrike Budner-Gasser)
Rund 600 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechstenstein versammelten sich am Bodensee in Bregenz um für Frieden und gegen Krieg Stellung zu beziehen. (Foto: Ulrike Budner-Gasser)

„Krieg ächten, Frieden schaffen“, so das Motto der Veranstaltung

Bregenz (epdÖ) – Unter dem Motto „Krieg ächten, Frieden schaffen“ beteiligten sich rund 600 Friedensaktivisten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein am Ostermontag, 6. April, am traditionellen internationalen Bodensee-Friedensweg 2015. Am Programm standen etwa ein Friedenspicknick, Friedensinseln mit künstlerischen Angeboten und Infoständen, ein interreligiöses Friedensgebet, das auch die Evangelische Pfarrgemeinde Bregenz mitgestaltete, sowie eine große Schlusskundgebung mit Reden von Davorka Lovrekovic, Präsidentin des Internationalen Versöhnungsbunds (Utrecht/Schöffengrund), und Andreas Zumach, UN-Korrespondent sowie Träger des Göttinger Friedenspreises (Genf).

Der so genannte „Krieg gegen den Terror“ sei völlig gescheitert, sagte Zumach bei seiner Ansprache. Der islamistische Terror lasse sich nur mit wirtschaftlichen, entwicklungspolitischen und sozialen Maßnahmen überwinden, die die Herkunftsländer der Terroristen stabilisieren. Die Menschen, die dort oft in prekären Verhältnissen lebten, brauchten vor allem eine positive Lebensperspektive, dann werde für sie auch der Dschihad an Attraktivität verlieren, zeigt sich der Friedensexperte überzeugt. Harsche Kritik übte er an den Waffenexporten in Krisenregionen. „Statt dort demokratische Kräfte zu unterstützen haben wir Diktaturen unterstützt und die Konflikte damit aufgeheizt. Das rächt sich jetzt bitter, gerade im Nahen Osten und in Nordafrika, denn heute erleben wir, dass diese Waffen benutzt werden.“ Zumach verweist darauf, dass rund um den Bodensee 27 Unternehmen mit Rüstungsgütern ihr Geld verdienen.

Lovrekovic rief dazu auf, den „Waffen vom Bodensee“ wie Flugzeugmotoren, Lenkwaffen und Drohnen die Alternative „Friedensregion Bodensee“ entgegenzustellen. Im Fall der unbemannten Kampfdrohnen fordert sie eine internationale Ächtung. Diese Waffen würden nicht nur einen ungeheuren Schaden anrichten, sie trügen letztlich auch zur Destabilisierung internationaler Beziehungen bei. Drohnen müssten genauso verboten werden wie biologische und chemische Waffen oder Landminen, so die Präsidentin des Internationalen Versöhnungsbunds. Die bereits erkämpften Verbote ganzer Waffengattungen zeigten, dass sich der Einsatz lohne und dass die Friedensbewegung mit ihren Forderungen „in der Mitte der Gesellschaft“ stehe.

Mehr als 60 kirchliche, soziale, gewerkschaftliche und friedenspolitische Organisationen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen, darunter etwa Amnesty International, der Internationale Versöhnungsbund, der Schweizerische Friedensrat und Pax Christi sowie die Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B. Bregenz.

ISSN 2222-2464