Internationale Vorbereitungen für das Calvin-Jubiläumsjahr 2009

Hennefeld: Mensch mit prophetischem Geist – Impulse zur Entwicklung

der Menschenrechte und der modernen Demokratie

Genf/Wien (epd Ö) – Johannes Calvin wird 500. Das Jubiläumsjahr 2009 soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit mit der Lehre und dem Denken des Reformators vertraut zu machen. Das kündigte der reformierte Oberkirchenrat Mag. Thomas Hennefeld gegenüber epd Ö an. Eine internationale Konsultation setzte vom 15. bis 19. April einen Startpunkt für die Vorbereitungen des Calvin-Jubiläums. Theologen und kirchenleitende Funktionäre kamen im John Knox Zentrum in Genf zusammen, um über das Erbe des bedeutenden Schweizer Reformators und seine Bedeutung für die Gegenwart zu beraten. Die Grundfrage lautete: Warum und wie soll dieses Jubiläum 2009 gefeiert werden? Schließlich, so Hennefeld, handle es sich bei dem Reformator um einen „Geist von europäischem Format“, dessen Denken eine Strahlkraft weit über Europa hinaus hatte. Vorurteile und Klischees, wie jene des finsteren Tyrannen von Genf oder Vater des Kapitalismus, sollten korrigiert werden, „ohne aus Calvin einen Heiligen zu machen“. Das Wichtigste im Jubiläumsjahr werde laut Hennefeld sein, Calvin als einen Menschen mit prophetischem Geist darzustellen, „der Europa Impulse gab zur Entwicklung der Menschenrechte und der modernen Demokratie“. Seine Bedeutung liege vor allem darin, dass er die Aufgabe der Kirche in der Mitgestaltung der Gesellschaft und Politik gesehen habe. Weltweit sind Veranstaltungen, Symposien, Publikationen und Ausstellungen geplant.

 

Die etwa 50 Teilnehmer der Konsultation kamen aus den reformierten Kirchen Europas, der USA, Lateinamerikas, Asiens, Südafrikas und des Nahen Ostens. Aus Österreich nahmen neben Hennefeld Pfarrer Dr. Johannes Langhoff und für die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa Prof. Dr. Martin Friedrich teil. Die Konsultation wurde organisiert und durchgeführt vom Internationalen Reformiertem John Knox Zentrum, von der Theologischen Fakultät der Universität Genf, dem Schweizer Evangelischen Kirchenbund und dem Reformierten Weltbund.

 

ISSN 2222-2464