Internationale Studie über Jugendliche nach der Konfirmation

Wie denken konfirmierte Jugendliche über Glaube und Kirche? Damit befasste sich eine mehrjährige internationale Studie, deren Ergebnisse in Erfurt vorgestellt wurden. Foto: epd / M. Uschmann
Wie denken konfirmierte Jugendliche über Glaube und Kirche? Damit befasste sich eine mehrjährige internationale Studie, deren Ergebnisse in Erfurt vorgestellt wurden. Foto: epd / M. Uschmann

Lagger: Hohe Zufriedenheit bei Konfis und MitarbeiterInnen

Wien/Erfurt (epdÖ) – Was kommt nach der Konfirmation? Jugendliche in sieben europäischen Ländern wurden zwei Jahre nach ihrer Konfirmation befragt. Dabei wurde insbesondere untersucht, wie sie den Konfirmationstag wahrgenommen haben und wie sich ihr Verhältnis zu Glaube und Kirche nach der Konfirmation entwickelt hat. Ein weiterer Schwerpunkt lag beim ehrenamtlichen Engagement, besonders in der Kirche und im Kontext der KonfirmandInnenarbeit.

„Die Studie hat ergeben, dass es grundsätzlich eine hohe Zufriedenheit bei Konfis und MitarbeiterInnen gibt. Darüber hinaus fördern Konfi-Camps die kirchliche Bindung“, erklärt Dagmar Lagger von der KPH Wien/Krems gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Gemeinsam mit Pfarrerin Petra Grünfelder (Evangelische Jugend Österreich), Pfarrer Stefan Grauwald (Evangelische Kirche im Burgenland), und Timon Weber (Evangelische Jugend Kärnten) nahm Lagger an der internationalen Tagung „Confirmation Work in Ecumenical and International Perspectives. Research Results and Practical Innovations“ teil, die am 5. Mai in Erfurt zu Ende ging. Organisiert von der Universität Tübingen, dem Comenius-Institut und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurden bei dem dreitägigen Treffen im Augustinerkloster Erfurt die letzten Ergebnisse der KonfirmandInnenforschung vorgestellt. Das Forschungsprojekt, geleitet von Friedrich Schweitzer, startete vor zehn Jahren mit der Befragung von rund 28.000 KonfirmandInnen und Konfirmierten sowie mehr als 4000 haupt-und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

„Konfis unterscheiden zwischen Glaube an Gott und Zugehörigkeit zur Kirche“, erzählt Lagger weiter. Und es zeige sich, dass die Bedingungen für Konfirmationsarbeit in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sind, abhängig von regionalen Kontexten wie Staat, Kirche, Schule oder etwa Kultur. „In Minderheitensituationen gibt es ein höheres Engagement, stärkere Bindung an Kirche, eine ausgeprägtere Religiosität sowie bewusstere Identität“, so Dagmar Lagger.

Da es sich um eine Längsschnittstudie handelt, die auf den früheren Untersuchungen mit Konfirmandinnen und Konfirmanden während der Konfi-Zeit aufbaut, ist es hier erstmals möglich, die religiösen Entwicklungspfade Jugendlicher über drei Jahre hinweg zu verfolgen, auf Gruppen- ebenso wie auf Individualebene. Damit bietet die Studie zahlreiche neue Einsichten, die wichtige Impulse für die Praxis der KonfirmandInnenarbeit, aber auch für ihr theologisches Verständnis einschließen. Publiziert sind die Ergebnisse in der Reihe „Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten“ (Gütersloher Verlagshaus).

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ISSN 2222-2464