Internationale KonfirmandInnenstudie vorgestellt

Erster „Tag der GemeindepädagogInnen“ in Wien – Mehr offene Stellen als AbsolventInnen

Wien (epd Ö) – Es ist eine groß angelegte und internationale Studie über die aktuelle KonfirmandInnenarbeit, die am Samstag, 25. September, im Evangelischen Zentrum in Wien im Rahmen des ersten „Tages der GemeindepädagogInnen“ vorgestellt wurde. Auf dem Programm standen auch Informationen etwa über die Arbeit mit KonfirmandInnen und Jugendlichen aus der Grazer Heilandskirche, der Klagenfurter Johanneskirche und aus Linz-Innere Stadt. Seinen Abschluss fand der Gemeindepädagogik-Tag in einem Sendungsgottesdienst für die fünf GemeindepädagogInnen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und nun in eine Gemeinde gehen. Gefeiert hat diesen Gottesdienst Oberkirchenrätin Hannelore Reiner, die als Personalreferentin auch verantwortlich ist für die über 40 GemeindepädagogInnen in der Evangelischen Kirche.

Lagger: Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit

„Es geht uns heute in erster Linie um die Vernetzung von aktiven GemeindepädagogInnen mit denen, die noch in der Ausbildung sind“, sagte Dagmar Lagger in einem Gespräch mit epd Ö. Lagger, die als Referentin für Gemeindepädagogik eine Teilzeitbeauftragung hat: „Es gibt nach wie vor einen großen Bedarf an GemeindepädagogInnen in unserer Kirche. Wir haben jedes Jahr mehr offene Stellen als AbsolventInnen, die Gemeinden suchen GemeindepädagogInnen.“ Ihren Schwerpunkt haben die GemeindepädagogInnen in der Kinder- und Jugendarbeit, „aber sie arbeiten auch mit älteren Menschen, also etwa im Besuchsdienst oder im diakonischen Bereich. Auch Religionsunterricht gehört dazu“, so Lagger. Ausgebildet werden GemeindepädagogInnen an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) in einer dreijährigen Ausbildung oder viereinhalb Jahre berufsbegleitend.

„Die KonfirmandInnenstudie bietet Grundlagendaten aus sieben Ländern, mit denen wir nun vergleichend arbeiten können“, erklärte Dieter Bergmayr, der gemeinsam mit Dagmar Lagger den Österreich-Teil der Erhebung verfasst hat. Die weiteren Länder der Studie sind Dänemark, Finnland, Deutschland, Norwegen, Schweden und die Schweiz. In Österreich haben sich 29 Gemeinden beteiligt, von denen 570 KonfirmandInnenbögen zur Auswertung vorlagen. Berücksichtigt werden konnten auch die Angaben von 98 Hauptamtlichen und 240 Eltern. „Es handelt sich hier um eine repräsentative Studie“, so Bergmayr. Abgefragt wurde etwa: „Ich versuche nach den 10 Geboten zu leben“ oder „Gottesdienste sind langweilig“. Als generelles Resultat lasse sich sagen, dass die „Erwartungen an die KonfirmandInnenzeit sehr positiv sind“, so Lagger gegenüber epd Ö. Die Jugendlichen könnten auf der emotionalen Ebene erreicht werden. „Für die Jugendlichen aber ist es selbstverständlich an Gott zu glauben“, auch das zeige die Studie.

Wichtig sei es, so Gerhard Harkam, Leiter des Predigerseminars und einer der Mitarbeiter an der KonfirmandInnenstudie, die KonfirmandInnen als „Subjekte ihres eigenen Glaubensweges zu sehen“. Wenn dann ein Jugendlicher sage, dass er noch nicht konfirmiert werden möchte, dann müsse man das ernstnehmen, „denn das bedeutet auch, die Glaubensgeschichte dieses Menschen mit Gott ernstzunehmen“.

Reiner: Erfreuliche Ergebnisse, die anspornen

Es sei „höchste Zeit gewesen, dass wir diesen ‚Tag der GemeindepädagogInnen‘ haben“, sagte Hannelore Reiner im Gespräch mit epd Ö. Sie wünsche sich, dass es zukünftig regelmäßig ein solches Treffen gebe, „gerne mit etwas mehr als einem halben Tag Zeit“. Die Ergebnisse der KonfirmandInnenstudie wertete Reiner als „sehr erfreulich. So ein Ergebnis spornt ja auch an, den Weg für die Jugendlichen in die Gemeinde zu ebnen.“

Die TeilnehmerInnen haben als Erinnerung eine „Medaille“ aus Fichtenholz erhalten, „deren Zentrum auch nicht immer in der Mitte liegt, sodass sich die Baumringe und die Kraft nach oben hin verdichten“, interpretierte Lagger die Baumscheibe. Die Ergebnisse der KonfirmandInnenstudie gibt es unter www.koku.at, ein Beitrag dazu findet sich auch in der theologischen Fachzeitschrift „Amt und Gemeinde“ (Heft 1/2010).

ISSN 2222-2464