Integrationsvertrag: Bessere Modelle nicht gehört

Wert kirchlicher Integrationsarbeit unbestreitbar – Bischof Sturm weist Kritik Clubobmann Khols an Diakonie und Caritas zurück

Wien, 6. März 2002 (epd Ö) „Tief bestürzt“ reagierte der evangelisch-lutherische Bischof, Mag. Herwig Sturm, auf die Aussagen des VP-Clubobmanns Andreas Khol in der gestrigen ZIB 2, die Kritik von Caritas und Diakonie sei nichts wert. Khol beleidige damit nicht nur die Kirchen, sondern „unzählige engagierte, haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die aus ihrem Glauben heraus und von vielen Spendern in den Pfarrgemeinden unterstützt täglich Integrationsarbeit leisten, oft bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“, so der Bischof gegenüber epd Ö.

Sturm: „Die Kirchen haben für die Erstversorgung vieler Menschen, die buchstäblich auf der Straße standen und stehen, sowie für die Betreuung von Flüchtlingen und Asylwerbern Millionen ausgegeben, weil der Staat seine Verantwortung nicht wahrgenommen hat.“ Gerade Diakonie und Caritas hätten nicht nur kritisiert, sondern bessere Modelle für die Ausgestaltung eines Integrationsvertrages vorgelegt, seien aber zu wenig gehört worden. „Die Politik hat es leider nicht für nötig gehalten, die tägliche Erfahrung der kirchlichen Organisationen für die Konzeption ihrer Ausländerpolitik heranzuziehen“, bedauert Sturm.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Evangelischen Flüchtlingsberatung in Traiskirchen und der Eröffnung der neuen Beratungsstelle der Diakonie für Asylwerber in Traiskirchen, betonte der Bischof, dass der Wert kirchlicher Flüchtlings- und Integrationsarbeit unbestreitbar sei.

Sturm dankt der Evangelischen Pfarrgemeinde Traiskirchen, dass sie die Beratungsstelle seit zehn Jahren in Kirche und Gemeindesaal beherbergt hat. Der neuen Beratungsstelle wünscht Sturm einen „langen Atem“. Neben dem Dank, so Sturm, dürfen sich die MitarbeiterInnen weiterhin der Solidarität und Unterstützung der Evangelischen Kirche sicher sein.

ISSN 2222-2464