Integration: Kirchen fordern offenen Dialog

Ökumenischer Rat hält Khol-Aussagen für „Herabwürdigung“ der Arbeit

Wien, 13. März 2002 (epd Ö) Einen offenen Dialog in den Fragen des Integrationsvertrags haben die christlichen Kirchen in Österreich gefordert. „Caritas und Diakonie haben durch ihre jahrzehntelange Arbeit, in der sie vielfach im Interesse der Menschen Aufgaben des Staates übernommen haben, genug Kompetenz erworben, um in den Diskussionsprozess über den Integrationsvertrag eingebunden zu werden“, heißt es in einer Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, die auf der Vollversammlung am 7. März in Wien verabschiedet wurde. Die am 5. März in der ZiB 2 von VP-Klubobmann Andreas Khol vertretene Meinung, die Kritik von Caritas und Diakonie sei „nichts wert“, hält das gemeinsame Gremium der Kirchen für eine „Herabwürdigung der Arbeit, die durch viele spendenbereite österreichische Menschen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt wird“. Kirchen müssten von ihrem Selbstverständnis her Partei ergreifen für Fremde und Minderheiten, die keine Stimme haben, so die Vertreter der 14 Kirchen.

ISSN 2222-2464