Inklusiv geführtes Bistro in Gedenkstätte Mauthausen

Das engagierte Team des Bistro Mauthausen. (Foto: Diakoniewerk)
Das engagierte Team des Bistro Mauthausen. (Foto: Diakoniewerk)

Neues Gastronomiekonzept des Diakoniewerks und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Mauthausen/Gallneukirchen (epdÖ) – Mit der Eröffnung des „Bistro Mauthausen Memorial“ am 1. März 2016 setzen die KZ-Gedenkstätte Mauthausen und das Diakoniewerk ein klares Zeichen für mehr Toleranz, Inklusion und Chancengleichheit. Acht Menschen mit Behinderung bringen im Gastronomiebetrieb der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ihre individuellen Fähigkeiten ein und sammeln – mit Unterstützung von professionellen Gastronomiefachkräften – wertvolle Erfahrungen im Arbeitsleben und sozialen Umfeld.

Unter dem Titel „Bedachte Gastfreundschaft“ soll das neue Gastronomiekonzept des Diakoniewerks dazu beitragen, dass an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Vorurteile und Barrieren abgebaut werden und ein partnerschaftliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht wird. Auch ein achtsamer bzw. bedachter Umgang mit den vor Ort verwendeten Lebensmitteln –Regionalität, Saisonalität und Einfachheit – spielt eine große Rolle.
Für Gerhard Breitenberger, Geschäftsführer des Diakoniewerks Oberösterreich, ist die Umsetzung dieses Modells am Standort Mauthausen ein Meilenstein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft: „Im Sinne der gleichberechtigten Teilhabe gehen wir von einer Gesellschaft aus, die unabhängig von Behinderung, Hautfarbe, Religion etc. gleich an Rechten und Chancen ist. An diesem Ort setzen wir damit ein Zeichen gegen ein faschistoides Herrschaftssystem, das damals Menschen als ‚minderwertig‘ und ‚lebensunwert‘ eingestuft hat, und treten damit für eine solidarische Gesellschaft ein. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen erinnert uns daran, dass es einen bedachten Umgang mit unseren Ressourcen und einen achtsamen Umgang miteinander braucht“, so Breitenberger.

Seit 2011 ermöglicht das Diakoniewerk in Kooperation mit Wirtschaftsbetrieben Menschen mit Behinderung dort zu arbeiten, wo alle anderen auch arbeiten.40 begleitete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben bereits auf diesem Weg einen Arbeitsplatz gefunden. Die Vision von einer inklusiven Gesellschaft leitet das Diakoniewerk in der ganzheitlichen Begleitung von Menschen mit Behinderung. „Mit dem passenden Angebot und tatkräftiger Unterstützung kann vieles gelingen, was sich Menschen mit Behinderung oft selbst nicht zugetraut hätten. Jeder Arbeitsplatz hilft ihnen somit, ihre Stärken zu entfalten und Wertschätzung zu erfahren. Sie erleben sich dadurch als wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, an der sie teilhaben können“, betont das Diakoniewerk.

ISSN 2222-2464