Im Vorfeld der Vollversammlung des LWB: Kritik am europäischen Lebensstil

Bratislava/Genf (epd Ö) – Gerechtigkeit sei in der christlichen Tradition nicht nur eine Sache der Verteilung materieller Ressourcen, vielmehr ermögliche Gott, der Schöpfer, Gerechtigkeit, „indem er uns und allen Kreaturen gute Gaben gibt, zu allererst die Gabe des Lebens“. Das hob der lutherische Pfarrer von Sibiu/Hermannstadt (Rumänien), Kilian Dörr, am Sonntag, 14. März, in seinem Hauptreferat auf einer Tagung lutherischer Kirchen der Region Europa hervor, die vom 13. bis 17. März in Bratislava (Slowakische Republik) stattfand.

Auf der Tagung, die zur Vorbereitung der im Juli dieses Jahres in Stuttgart (Deutschland) stattfindenden Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) mit dem Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“ dient, bezeichnete Dörr es als Aufgabe der ChristInnen, „Menschen mit hineinzunehmen in die Sehnsucht, die uns als Christen und Christinnen trägt, und ihnen auf dem Weg von dem Manna anzubieten, das auch wir empfangen haben“. Als die „vier wirkungsvollsten Schritte“ für Einzelpersonen, Kirchengemeinden und Gesamtkirchen, der Vaterunserbitte um das tägliche Brot „nicht in den Rücken zu fallen“, nannte Dörr: „So gut wie nie mit dem Flugzeug fliegen, deutlich weniger und möglichst nie allein Auto fahren, weniger Fleisch essen“ sowie beim Wohnen für Wärmedämmung sorgen. An der vorbereitenden Konsultation, die auf Einladung der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakischen Republik in Bratislava stattfand, nahmen 67 Delegierte, Stewards und BeraterInnen aus 35 LWB-Mitgliedskirchen der Region sowie von Nationalkomitees, kirchlichen Netzwerken, kirchlichen Einrichtungen und LWB-Stabsmitglieder teil.

Der LWB hat in der Region Europa 43 Mitgliedskirchen mit zusammen rund 37,2 Millionen Mitgliedern.

ISSN 2222-2464