Im Gespräch – „Wo die Toten zuhause sind“

"Ich will glauben, dass Gott es gut mit uns Menschen meint, dass wir in seinen herrlichen Wohnungen ankommen. Ist das nicht eine wundervolle Aussicht, für unsere Toten und eines Tages auch für uns?" Foto: pixabay
"Ich will glauben, dass Gott es gut mit uns Menschen meint, dass wir in seinen herrlichen Wohnungen ankommen. Ist das nicht eine wundervolle Aussicht, für unsere Toten und eines Tages auch für uns?" Foto: pixabay

Ingrid Tschank über die Wohnungen Gottes

Der Sonntag vor dem ersten Advent ist in der Evangelischen Kirche der „Ewigkeitssonntag, in Gottesdiensten und auf den Friedhöfen wird der Toten gedacht. Bei der Vorbereitung erzählt eine Mitarbeiterin vom Kinderbuch „Wo die Toten zu Hause sind“ von Christine Hubka, das sie besonders fasziniert.

Mit wunderschönen Bildern wird erzählt, dass Tiere und Menschen am Anfang ihres Lebens bei ihren Eltern ihr Zuhause haben, aber wenn sie groß sind, dann verlassen sie es und schaffen ihr eigenes zu Hause. So ist es auch mit denen, die gestorben sind, sie können nicht zu Hause bleiben, sie werden auf den Friedhof getragen und beerdigt. Aber die Toten sind nicht auf dem Friedhof zu Hause, sie sind bei Gott zu Hause. In bunten und fröhlichen Bildern sind auf den folgenden Seiten die Wohnungen Gottes zu sehen und das, was in diesen Wohnungen geschieht: Wer zu Gott kommt, der wird mit offenen Armen empfangen. Alle Erinnerungen und Erfahrungen nehmen die Menschen mit in das Haus Gottes. Türen führen zu ganz verschiedenen Wohnungen, keine Tür ist versperrt. Durch eine Tür gehen die Mühseligen und Beladenen hinein und drinnen nimmt Jesus ihnen ihre schwere Last ab. Erfrischt kommen sie wieder heraus. Durch eine andere Tür gehen alle, die Schuld auf sich geladen haben. Gott nimmt sie ihnen ab und sie können wieder aufrecht gehen. Durch noch eine andere Tür gehen die Kranken, Gebrechlichen und Verletzten hinein. Gott wartet schon auf sie und macht sie gesund. Auch für die Fröhlichen gibt es eine Tür, drinnen bekommen sie ein Musikinstrument, gehen wieder heraus singen und spielen für die anderen und verbreiten Freude und Heiterkeit. Hinter einer anderen Tür wartet Gott auf die Weinenden, Verzweifelten und Klagenden. Gott wischt ihnen ihre Tränen ab, tröstet sie und macht ihr Herz wieder fröhlich. Es gibt auch eine Tür, durch die gehen all jene, die verbittert sind und mit geballten Fäusten gekommen sind. Gott legt auf sie seinen Segen und schenkt ihnen Frieden. In der Mitte des Hauses befindet sich ein großer, liebevoll geschmückter Saal, dort treffen sich dann alle, feiern mit Gott und Jesus ein großes wunderbares Fest.

Sich auf diese Weise die Wohnungen Gottes vorzustellen, kann in jedem Alter berührend und tröstlich sein, auch wenn dieses Buch für Kinder gemacht ist. Im Matthäusevangelium sagt Jesus (18,3): Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Reich Gottes kommen. So will ich gerne wie ein Kind sein. Ich will glauben, dass Gott es gut mit uns Menschen meint, dass wir in seinen herrlichen Wohnungen ankommen. Ist das nicht eine wundervolle Aussicht, für unsere Toten und eines Tages auch für uns?

Mag. Ingrid Tschank ist Pfarrerin in Gols. Kontakt: ta.sl1566590099og-gn1566590099ave@k1566590099nahcs1566590099t.dir1566590099gni1566590099

Jeden Sonntag sind Pfarrerin Maria Katharina Moser, Vikarin Julia Schnizlein und Pfarrerin Ingrid Tschank in der „Krone bunt“ – Kolumne „Im Gespräch“ zu lesen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von krone.at

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ISSN 2222-2464