09.07.2021

Im Einklang

Michael Chalupka über die Verantwortung des Menschen für Natur und Klima

Der Einklang mit der Natur ist alles andere als selbstverständlich. Heute greift der Mensch in die Natur ein und hat die Klimakatastrophe mitverursacht, schreibt Michael Chalupka. (Foto: Pixabay/Sven Lachmann)

Michael Chalupka über die Verantwortung des Menschen für Natur und Klima

In der schönsten Kirche der Welt durfte ich Gottesdienst feiern. Der Altar stand auf einem Floß, das über den wunderbaren Weißensee in Kärnten fuhr. Mit auf dem Floß waren die grandiose Sängerrunde Zlan und die Trachtenkapelle Weißensee. Das Floß ankerte gegenüber der Gosariawiese, wo sich die Gottesdienstbesucher und -besucherinnen zur Feier eingefunden hatten. Die Sonne strahlte, und der See glitzerte. Natur und Religion im Einklang, lautete das Motto des Gottesdienstes.

Wenige Tage davor waren Mensch und Natur gar nicht im Einklang. Verheerende Unwetter vernichteten in wenigen Stunden das Hab und Gut von vielen in den nicht weit vom Weißensee entfernt liegenden Kärntner Gemeinden Arriach und Treffen. Eine Familie betrauert ein Opfer der Sturzflut.

„Macht euch die Erde untertan!“, heißt es in der Schöpfungsgeschichte der Bibel. Dieser Satz ist zu Menschen gesprochen worden, die immer wieder von der Natur bedroht waren und die ihre Lebensräume der Natur abtrotzen mussten. Heute, nach der Industrialisierung hat der Mensch sich weite Teile der Erde untertan gemacht. Er greift in die Natur ein und hat die Klimakatastrophe mitverursacht, sodass, wie Meteorologen warnen, solche Unwetter wie in Kärnten häufiger zu erwarten sind als bisher. Der Einklang mit der Natur ist alles andere als selbstverständlich, auch wenn sich das am sonnigen Weißensee beim Klang der Kärntnerlieder anders angefühlt hat.

ISSN 2222-2464

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