Hosianna

Am Beginn der Karwoche steht die Erinnerung an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Foto: pixabay
Am Beginn der Karwoche steht die Erinnerung an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Foto: pixabay

Von Gott und der Welt – Michael Chalupka über den Beginn der Karwoche

In der Karwoche bedenken wir das Leiden und Sterben Jesu, am Ende der Karwoche die Auferstehung, den Sieg des Lebens über den Tod. Am Beginn der Karwoche steht aber die Erinnerung an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. Als sanfter Friedenskönig ritt er auf einem Esel durch die Tore der Stadt. Die Menschenmenge jubelte ihm zu. Sie pflasterten seinen Weg mit Palmzweigen und rief laut: Hosianna, Hosianna.

Der Jubelruf Hosianna, den man damals an einen König richtete, klingt fremd in unseren Ohren, sogar wenn man ihn übersetzt. Er bedeutet: „Ach, Herr, hilf doch!“ Im Jubel, in der Begeisterung schwingt die Erwartung mit, dass der Herrscher einen erlöse von Krankheit, Armut, den alltäglichen Sorgen – und im Jerusalem zur Zeit Jesu auch die Hoffnung, dass er einen erlöse von der Besatzungsmacht der Römer. Viele waren danach enttäuscht. Jesus heilte zwar Kranke, versicherte die Armen der Liebe Gottes, aber er war nicht der Anführer eines politischen Umsturzes.

Christinnen und Christen aber glauben, dass Jesus die Welt erlöst hat, glauben noch immer daran, mitten in einer Welt, die mehr denn je der Erlösung bedarf. Weil sie daran glauben, dass eine andere Welt möglich ist. Eine Welt, in der die Tränen der Trauernden abgewischt werden und der Tod nicht mehr herrscht, noch Geschrei noch Schmerz. „Ach, Herr, hilf doch!“ Hosianna ist ein Gebet der Gewissheit, dass Gott es gut mit uns meint.

Michael Chalupka ist evangelischer Pfarrer und Geschäftsführer der Diakonie Bildung. Kontakt: ta.gn1566542505ave@a1566542505kpula1566542505hc.le1566542505ahcim1566542505

 

 

 

 

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ISSN 2222-2464