Horn: Offene Kirchen für die Menschen

Geringste Zahl an Austritten in Wien – Bischof Sturm vor der Superintendentialversammlung: durch Organisationsentwicklung Strukturen optimieren

Wien, 30. April 2002 (epd Ö) „Die Erwartungen an die Kirche wachsen. Dem müssen wir begegnen mit praktizierter Nächstenliebe und einladendem Gemeindeleben,“ sagte der Wiener Superintendent Mag. Werner Horn in seiner Rede vor der Superintendentialversammlung am 27. April im Albert-Schweitzer-Haus in Wien. Dazu beitragen könnten auch „offene Kirchen für die Menschen“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die „dort präsent und zu Auskünften“ bereit seien, regte Horn an.

Verhältnis Verbandsgemeinden und Nichtverbandsgemeinden problematisch

Nach wie vor sei das Verhältnis der 21 Wiener Verbandsgemeinden und der sechs Nichtverbandsgemeinden „problematisch“. Der Verband der Wiener Pfarrgemeinden übernimmt Agenden wie etwa die Kirchenbeitragseinhebung für die Pfarrgemeinden. Auch rechtliche Fragen seien hier zu klären. Insgesamt müsse darauf geachtet werden, „Reibungsverluste zu vermeiden.“

Über 100 Austritte weniger

358 weniger Mitglieder als im Jahr 2000 verzeichnete die Diözese Wien im Jahr 2001, erstmals seit über 20 Jahren lagen die Austritte unter 1000. Im Jahr 2001 sind 108 Menschen weniger aus der Evangelischen Kirche A.B. in Wien ausgetreten als im Jahr 2000: „Wir haben einen Tiefststand an Trauungen und Taufen“, so Horn. Mit dem Rückgang auf 161 Trauungen und 545 Taufen des Jahres 2001 spiegle sich auch wider, dass in Wien 46 Prozent Singlehaushalte vorhanden sind.

Sturm: Offen Evangelisch anders als alle bisherigen Projekte

„Offen Evangelisch ist anders als alle Projekte, die unsere Kirche bis jetzt unternommen hat“, sagte Bischof Mag. Herwig Sturm in seiner Ansprache vor der Superintendentialversammlung. „Wir haben einen Mitarbeiterstab, der diese Arbeit begleitet, wir haben eine Pfarrerin dafür freigestellt. Menschen mit bester Ausbildung haben das in die Hand genommen.“ Von Beginn an seien immer wieder Kirchenmitglieder einbezogen gewesen. „Wir alle arbeiten mit Offen Evangelisch an der Kirche, der Klärung ihrer Strukturen und an den Zielen, die wir erreichen wollen.“

Burchhardt: Bewerbung für Offen Evangelisch in Vorbereitung

Großes Interesse zeigten die Mitglieder der Superintendentialversammlung an dem Projekt „Competence Center“ bei Offen Evangelisch. „Wir brauchen klare Strukturen auch in Wien“, sagte Seniorin Mag. Lydia Burchhardt, die die Bewerbung für dieses Projekt vor das Gremium gebracht hatte. „Ob in Zukunft der Verband den Kirchenbeitrag vorschreibt und die Friedhofsverwaltung übernimmt oder ein wie auch immer geartetes Competence Center, werden wir am Ende der Projektarbeit sehen“, so die Simmeringer Pfarrerin.

Zunächst wird sich ein Leitungsgremium konstituieren und entscheiden, ob die Diözese Wien sich für das Projekt „Competence Center“ bewirbt. Diese Gruppe besteht aus dem Superintendentialausschuss, dem Vorstand des Verbandes der Wiener Pfarrgemeinden und des Schulverbandes. „Ziel ist Arbeitsentlastung für die Pfarrgemeinden. Das soll kostengünstig, effizient und gerecht geschehen“, so Burchhardt. Wichtig sei auch, dass die Diözese „besser zusammenwachse“.

ISSN 2222-2464