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Hohe Auszeichnungen der Republik Österreich für Superintendentin Müller und Superintendentialkurator Fussenegger

Landeshauptfrau Burgstaller: „Evangelische Kirche ist ein Segen für unser Land“ – Empfang des Landes und der Stadt Salzburg anlässlich der Synodeneröffnung

Salzburg (epd Ö) – Mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wurden die Superintendentin der Diözese Salzburg-Tirol Luise Müller sowie der Superintendentialkurator der Diözese Eckart Fussenegger ausgezeichnet. Bei einem Empfang der Salzburger Landesregierung anlässlich der Eröffnung der Synoden und der Generalsynode der Evangelischen Kirchen in Österreich am 4. November in der Salzburger Residenz verlieh Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im Namen des Bundespräsidenten die hohen Orden an die evangelische Amtsträgerin und den evangelischen Amtsträger.

In ihrer Ansprache sagte die Landeshauptfrau, die Evangelische Kirche „bringt Menschen zusammen und ist ein Segen für unser Land“. Burgstaller erinnerte an die Vertreibung der Protestanten aus Salzburg in den Jahren 1731/32 und erklärte, angesichts dieser Geschichte, „in der wir heute nicht wühlen wollen“, sei es „Zeit geworden, dass die Synode einmal in Salzburg stattfindet“. Superintendentin Müller sprach sie Dank aus für ihr umfassendes „geistliches und weltliches Engagement“.

Auch Ministerialrat Univ.-Prof. Karl Schwarz vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur würdigte in seiner Laudatio das vielfältige Engagement Müllers in ihrer Diözese, in der Gesamtkirche, in der Diakonie, der weltweiten Ökumene und im Bereich der Medien. Die Superintendentin habe „ganz wesentlich dazu beigetragen, dass das Erscheinungsbild der evangelischen Kirche heute sehr viel weiblicher und mütterlicher geworden ist“.

Fussenegger bezeichnete Schwarz als einen „engagierten weltlichen Funktionär der evangelischen Kirche“, der auf vielen Ebenen tätig sei und dort seine juristische Fachkompetenz als Rechtsanwalt einbringe. Unter anderem leite er den Rechts- und Verfassungsausschuss der Generalsynode, wo jede rechtliche Veränderung vorbesprochen und nachbehandelt werden müsse. Schwarz erinnerte daran, dass sich die evangelische Kirche „auf der permanenten Suche nach ihrer angemessenen Ordnung“ befinde. Der Ministerialrat: „Da ist es gut, wenn ein nüchterner Mensch darüber wacht, dass einem die Kirchenrechtsspirale nicht den Atem nimmt. Dieser nüchterne Mensch ist Eckart Fussenegger.“

Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden bezeichnete die Synodentagung als ein „kräftiges Lebenszeichen der Evangelischen in Salzburg“. Der Bürgermeister erklärte: „Ich bin seit meiner Taufe Mitglied der Evangelischen Kirche, bin stolz und froh darüber und gedenke es bis an mein Lebensende zu bleiben.“

Synodenpräsident Krömer kritisiert Tendenzen zur Privatisierung von Religion

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg, das für Italien das Aufhängen von Schulkreuzen untersagt, sprach Synodenpräsident Peter Krömer in einer persönlichen Stellungnahme im Rahmen seines Grußwortes an. Krömer, der einräumte: „Die Analyse des Urteils wird zeigen, wie wir sachlich mit dem Urteil umzugehen haben“, kritisierte allgemein in der Rechtsprechung eine Tendenz zur Privatisierung von Glauben und Religion. Beides solle in der Öffentlichkeit „immer mehr an den Rand gedrängt werden“. Das zeige unter anderem die Antidiskriminierungsgesetzgebung der EU, die in manchen Bereichen auf Minderheitskirchen keine Rücksicht nehme. So dürfe etwa auch bei kirchlichen Anstellungen die konfessionelle Zugehörigkeit keine Rolle spielen. Der Präsident schloss seine Grußansprache wörtlich: „Wir als Synode werden nicht ablassen, für die Obrigkeit zu beten.“

Der Empfang in der Salzburger Residenz wurde musikalisch gestaltet von den Salzburger Kammersolisten und Cecilia Berglund (Sopran).

Fotos zur Synode zum Download (auch in Druckqualität) auf foto.evang.at

ISSN 2222-2464