„Hoffnung braucht ein Ja“

"Hoffnung braucht ein Ja" - Die Diakonie will mit ihrer aktuellen Kampagne den Zusammenhalt stärken.
"Hoffnung braucht ein Ja" - Die Diakonie will mit ihrer aktuellen Kampagne den Zusammenhalt stärken.

Diakonie startet Kampagne zu Mindestsicherung, Integration und Bildung

Wien (epdÖ) – Die Diakonie nimmt sich in ihrer jährlichen vorweihnachtlichen Kampagne der Themen Mindestsicherung, Integration und Bildung an. „Hoffnung braucht ein Ja“ setzt sich auf Plakaten sowie mittels eines Adventkalenders für mehr Zusammenhalt in Österreich ein. Zudem wolle man die Regierung an ihre eigenen Vorhaben erinnern, sagte Diakonie-Direktor Michael Chalupka am Donnerstag, 10. November, bei einer Pressekonferenz zum Auftakt der Kampagne. Chalupka: „In der Diakonie erleben wir durch unsere soziale Arbeit täglich, dass aus Angst, Neid, Missgunst und Misstrauen kein gelungenes Leben zu gewinnen ist, und sind der Überzeugung, dass damit auf Dauer auch kein Staat zu machen ist.“ Die Arbeit der Diakonie bestehe darin, „Angst zu nehmen und Hoffnung zu geben; der Abwertung von Menschen entgegenzutreten und ihre Würde zu bewahren“. So wolle die aktuelle Kampagne „Hoffnungsträger“ ins Licht rücken und gleichzeitig entgegenwirken, dass Angst, Neid, Wut und Misstrauen die öffentlichen Debatten regieren. In der Politik „scheint alles erlaubt, wenn sich daraus ein kurzfristiger Vorteil ergibt“, kritisierte der Diakonie-Direktor.

Ein Thema der „Di-Ja-konie“ – so liest sich die evangelische Hilfsorganisation auf den neuen Sujets – ist die Mindestsicherung. Durch das Schüren von Neid und das gegenseitige Ausspielen von ohnehin benachteiligten Gesellschaftsgruppen werde ein Keil in die Gesellschaft getrieben, so Chalupka, und weiter: „Die derzeitige Blockade einer bundesweit einheitlichen Mindestsicherung und die Versuche, Menschen, die ohnehin in Armut leben, noch schlechter zu stellen, helfen niemandem.“

„Diffamierung und Misstrauen“ sieht Chalupka auch in der Debatte rund um die Integration von Flüchtlingen. „Eine Abwertung der Menschen, die auf der Flucht bei uns gelandet sind, bewirkt das Gegenteil“, mahnte der Diakonie-Direktor. Mit der Androhung von Sanktionen anstelle entsprechender Angebote werde Integration unmöglich. Chalupka fordert daher von den politisch Verantwortlichen eine „positive Herangehensweise“ bei diesem Thema.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt die Diakonie in ihrer Kampagne bei der Bildung. Dahingehend stellte Chalupka das Modell der inklusiven IFIT-Schule der Diakonie vor, der ersten berufsbildenden mittleren Schule mit sonder- und sozialpädagogischem Schwerpunkt in Österreich. Deren Leiterin, Ines Egle, zeigte sich vom Konzept und den Möglichkeiten überzeugt. Ebenso Schülerin Daniela Trappl, die auch auf den Plakatsujets zu sehen ist: „Ich weiß jetzt: Ich kann viel, und ich schaffe das.“

ISSN 2222-2464