Hiroshima: Gedenken an Atombombenabwürfe

"Der Gedenktag für Hiroshima und Nagasaki mahnt uns, im Einsatz für den Frieden nicht nachzulassen", schreibt Bischof Michael Bünker in seinem Grußwort zum Hiroshima-Gedenktag 2014. (Foto: wikipedia/Peretz Partensky)
"Der Gedenktag für Hiroshima und Nagasaki mahnt uns, im Einsatz für den Frieden nicht nachzulassen", schreibt Bischof Michael Bünker in seinem Grußwort zum Hiroshima-Gedenktag 2014. (Foto: wikipedia/Peretz Partensky)

Bünker: „Es braucht Einsatz aller, damit Atomwaffen abgelehnt werden“

Wien (epdÖ) – Mit Gedenkveranstaltungen in Wien, Linz, Salzburg und anderen österreichischen Städten wird rund um den 6. August der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 gedacht. Heuer jähren sich die Abwürfe der Atombomben auf die beiden japanischen Städte, bei denen am 6. und 9. August 1945 rund 300.000 Menschen starben, zum 69. Mal. Zahlreiche Persönlichkeiten, darunter auch kirchliche Vertreter, wandten sich bereits im Vorfeld in Grußadressen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltungen.

„Hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs lassen sich die tiefgreifenden Folgen dieser ‚Urkatastrophe‘ Europas (George F. Kennan) deutlich erkennen. Auch der Zweite Weltkrieg und damit der Abwurf von Atombomben über Hiroshima und Nagasaki im August 1945 stehen damit in einem Zusammenhang“, schreibt der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in seiner Botschaft zum diesjährigen Hiroshimatag. „Aktuelle Konflikte haben ihre Ursachen nicht selten in Entwicklungen, die durch den Krieg 1914-1918 ausgelöst wurden. Angesichts der weltweit steigenden Rüstungsausgaben und vor allem der massiv steigenden Waffenexporte muss man fragen, was aus den Kriegen des 20. Jahrhunderts gelernt wurde. Es braucht den Einsatz aller Friedenskräfte, damit Atomwaffen kategorisch abgelehnt werden und dem Krieg jegliche moralische Legitimation entzogen wird.“ Militärische Gewalt sei immer ein Scheitern, ein Versagen der Politik. Die „Untertanen“ im Jahr 1914 konnten daran vielleicht nichts ändern, aber die Bürgerinnen und Bürger in den demokratischen Gesellschaften heute können es, betont Bischof Bünker. „Der Gedenktag für Hiroshima und Nagasaki mahnt uns, im Einsatz für den Frieden nicht nachzulassen.“

„Der Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki mit den bekannten apokalyptisch anmutenden Folgen hat die enorme Wirkungskraft dieser Waffe offenbart. Wer nach diesem monströsen Verbrechen Atomwaffen baut, an deren Besitz festhält, dem Gegner damit droht oder gar bereit ist, sie einzusetzen, kann sich nicht als Teil der sogenannten zivilisierten Welt bezeichnen und stellt jeden herkömmlichen Terrorismus in den Schatten“, erklärt der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Der Einsatz von Atomwaffen könne dazu führen, „dass die gute Schöpfung Gottes ausgelöscht wird. Für Christinnen und Christen kann es keinen Kompromiss geben im entschiedenen Kampf gegen diese Vernichtungswaffe. Der Shalom, den Gott verheißen hat, ist nur möglich, wenn diese Vernichtungswaffen auf der ganzen Erde ohne wenn und aber vernichtet werden“, schreibt Hennefeld in seinem Grußwort.

Die Wiener Friedensbewegung wird auch heuer wieder gemeinsam mit der Hiroshima-Gruppe Wien ihre traditionelle Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki durchführen.“Trotz Verträgen, die zur Nuklearabrüstung verpflichten, sind wir von einer atomwaffenfreien Welt noch weit entfernt. Das Bewusstmachen der humanitären Folgen eines Einsatzes, eines Tests oder eines Unfalls mit Atomwaffen ist besonders wichtig. Eine wachsende Anzahl von Ländern tritt dafür ein, eine internationale Atomwaffen-Verbotskonvention auszuarbeiten“, heißt es in der Einladung zur Gedenkveranstaltung.

Die Hiroshima-Veranstaltung beginnt am Hiroshima-Tag (Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima), Mittwoch, 6. August um 18 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird um zirka 20.30 Uhr mit einem Laternenmarsch vom Stephansplatz zum Teich vor der Karlskirche abgeschlossen. Im Rahmen der Aktion werden wieder Grußadressen von prominenten Persönlichkeiten veröffentlicht. VertreterInnen von Friedensgruppen sprechen zum Thema Atomwaffen. Ernst Toman (Friedensinitiative 22) singt Friedenslieder. Bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung im Dom-Café, 1010 Wien, Stephansplatz 3 stattfinden. Am Samstag, 9. August wird um ca. 20.00 Uhr mit einer traditionellen Buddhistischen Lichterzeremonie bei der Wiener Friedenspagode der Opfer von Hiroshima und Nagasaki gedacht (1020 Wien, Hafenzufahrtsstraße, Bus 80B).

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ISSN 2222-2464