21.10.2025

Hilfsorganisationen fordern nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit

Martin Schenk: „Einsamkeit geht uns alle an“

Viele Menschen in Österreich – Ältere genauso wie Jüngere – fühlen sich einsam. (Foto: Depositphotos/barselona_dreams)

Martin Schenk: „Einsamkeit geht uns alle an“

Wien (epdÖ) – Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, das alle betrifft: von Jugendlichen bis zu älteren Menschen: Darauf haben der Berufsverband Österreichischer Psycholog:innen (BÖP) und seine Studierendenvertretung gemeinsam mit Diakonie, Caritas, Rotem Kreuz, Hilfswerk, Armutskonferenz und weiteren Organisationen beim zweiten Round Table „Einsamkeit geht uns alle an – JETZT gemeinsam handeln!“ hingewiesen. Die Hilfswerke erneuerten dabei ihr gemeinsames Zehn-Punkte-Maßnahmenpaket und forderten einen nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit.

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser mahnte, mehr in Nachbarschaftshilfe und Gemeinwesenarbeit zu investieren: „Was wir brauchen, sind mehr und nachhaltige Investitionen in Grätzlarbeit, Nachbarschaftshilfe und Gemeinwesenprojekte, aber auch mehr Mittel für Community-Arbeit in der Pflege, Familienhilfe oder in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen.“ Martin Schenk von der Armutskonferenz betonte, Einsamkeit gehe „uns alle an“: „Wer etwas gegen Einsamkeit tut, tut auch etwas für sozialen Zusammenhalt, Gesundheit und Demokratie.“

Einsamkeit eine „ernsthafte Gesundheitsgefahr“

BÖP-Präsidentin Beate Wimmer-Puchinger betonte, Einsamkeit sei „kein individuelles Versagen, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine ernsthafte Gesundheitsgefahr“. Sie könne Depressionen, Angststörungen und körperliche Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Diabetes begünstigen. Die Hilfsorganisationen fordern daher, Bund, Länder, Gemeinden und Zivilgesellschaft müssten gemeinsam handeln und niederschwellige, barrierefreie Angebote ausbauen.

Allein in Österreich seien laut Caritas rund 600.000 Menschen mehr als die Hälfte der Zeit einsam, jede vierte Person wünsche sich mehr soziale Kontakte. Caritas-Vertreter Gregor Jakob-Feiks verwies darauf, dass das Thema zwar ins Regierungsprogramm geschafft habe, „allerdings stehen dort lediglich ältere Menschen im Fokus“. Daher brauche es einen Aktionsplan, der die Herausforderung ressortübergreifend „als politischen Handlungsauftrag“ angeht, so der Leiter des Caritas-Bereichs „Engagement & Sozialräumliche Entwicklung“.

Tenor der Veranstaltung: „Einsamkeit ist ein Thema, das uns alle betrifft – und das wir nur gemeinsam bewältigen können.“

ISSN 2222-2464

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Diakonie | Gesellschaft

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