Herbsttagung der Evangelischen Frauenarbeit

Sensible Wortwahl und Achtung gegenüber Minderheiten gefordert

Wien, 10. Oktober 2001 (epd Ö) „Mit großer Besorgnis nimmt die Evangelische Frauenarbeit wahr, dass angesichts der jüngsten weltpolitischen Ereignisse auch in Österreich die Tendenz besteht, Musliminnen und Muslime pauschal zu verurteilen“ heißt es in einer Resolution, die die Evangelische Frauenarbeit in Österreich (EFA) auf ihrer diesjährigen Herbstkonferenz beschlossen hat. Die Delegierten der Konferenz mit dem Thema „Musliminnen und Christinnen begegnen einander“ kamen vom 5. bis 7. Oktober im Wiener kardinal-könig-haus zusammen.

In der Resolution heißt es weiter, dass die Evangelische Frauenarbeit darauf hinweise, „dass unter uns lebende Musliminnen und Muslime zur österreichischen Gesellschaft gehören“. Seit der letzten Volkszählung sei bekannt, dass sie die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in unserem Land sei. „Friedliches Miteinander ist anzustreben,“ dies könne nur gelingen, wenn „alle zum Gespräch bereit sind“.

Über alle religiösen und kulturellen Unterschiede hinweg habe jeder Mensch seine von Gott verliehene Würde, die zu achten sei. „Die Evangelische Frauenarbeit lehnt jeglichen Fundamentalismus und Fanatismus ab und warnt vor pauschalen Vorverurteilungen. Auf diesem Boden wachsen Angst, Aggression, Misstrauen und Verunsicherung.“ Abschließend fordert die Evangelische Frauenarbeit alle Verantwortlichen in den Kirchen, Medien und im Staat zu „sensibler Wortwahl“ auf. Weiters fordert sie, „keine Schuldzuweisungen gegenüber religiösen und ethnischen Gruppen zu dulden.“ Die Herbstkonferenz ist die Delegiertenkonferenz der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich und zugleich deren Entscheidungsgremium.

ISSN 2222-2464