Hennefeld unterstreicht Wert der Zehn Gebote

„Würden sich Menschen an die Zehn Gebote halten, gebe es weniger Probleme, weniger Konflikte, keine Kriege, keine Gewalt, keinen Raub und keinen Neid“, sagte Landessuperintendent Thomas Hennefeld bei einer interreligiösen Morgenbetrachtung im Rahmen des Forums Alpbach. Im Bild das Kongresszentrum. Foto: Matthias Sedlak
„Würden sich Menschen an die Zehn Gebote halten, gebe es weniger Probleme, weniger Konflikte, keine Kriege, keine Gewalt, keinen Raub und keinen Neid“, sagte Landessuperintendent Thomas Hennefeld bei einer interreligiösen Morgenbetrachtung im Rahmen des Forums Alpbach. Im Bild das Kongresszentrum. Foto: Matthias Sedlak

Reformierter Landessuperintendent beim Europäischen Forum Alpbach

Alpbach (epdÖ) – „Christinnen und Christen haben heute den Auftrag, gemeinsam mit Menschen aus anderen Religionen und anderen Weltanschauungen an einer Welt zu arbeiten, die nicht aus Herrschenden und Dienenden, nicht aus Reichen und Armen, nicht aus Unterdrückern und Unterdrückten besteht, sondern in der jeder und jede in Würde leben kann, in der wir lernen, Konflikte gewaltfrei auszutragen und dem Frieden und der Gerechtigkeit nachjagen“, das erklärte der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld bei der interreligiösen Morgenbetrachtung im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach in Tirol am 25. August.

In seiner Ansprache betonte Hennefeld, der auch Vorsitzender des Ökumenischen Rats der Kirchen in Österreich ist, den Stellenwert der biblischen Zehn Gebote, die das Verhältnis zwischen Gott und Mensch sowie das zwischenmenschliche Miteinander regeln. „Es sind Gebote, die ein gemeinschaftliches Leben ermöglichen“, so Hennefeld. „Würden sich Menschen an die Zehn Gebote halten, gebe es weniger Probleme, weniger Konflikte, keine Kriege, keine Gewalt, keinen Raub und keinen Neid.“

Hennefeld erinnerte in seiner Morgenandacht an die biblische Erzählung vom Auszug des versklavten Volkes Israel aus Ägypten. Gott habe die Schreie der Israeliten gehört, sagte der Landessuperintendent. „Gott hört die Schreie der Unterdrückten, der Versklavten, der Gefangenen, derjenigen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Gott hat ein schwaches, ein unterdrücktes Volk erwählt. Es ist ein parteiischer Gott, der zu allen Zeiten auf der Seite der Schwachen und Gedemütigten, der Verlassenen und Ausgegrenzten steht.“

Gott habe den Menschen befreit, so Hennefeld weiter, gleichzeitig habe er dadurch aber den Menschen an sich gebunden und umgekehrt. Er gab ihnen Freiheit und Verantwortung. Unter diesem Motto – „Freiheit und Verantwortung“ – steht auch das Reformationsjubiläum der Evangelischen Kirchen in Österreich.

„‘Freiheit und Verantwortung‘ ist das Motto. Das kann alles Mögliche beinhalten. Das kann auch ein Slogan einer politischen Partei sein. Das sagt alles und nichts“, meinte der Landessuperintendent. „Für die Reformatoren aber auch für Evangelische heute müssen die Begriffe eng zusammengesehen werden. Freiheit in Verantwortung oder keine Freiheit ohne Verantwortung, keine Freiheit, die andere Menschen abhängig macht, die auf Macht und Durchsetzungsvermögen beruht, keine Freiheit, die nur auf das Eigene schaut, die andere Menschen ausgrenzt oder die sich holt, was uns angeblich zusteht.“ Christinnen und Christen hätten den Auftrag, sich gemeinsam mit Menschen aus anderen Religionen und Weltanschauungen für eine gerechtere und friedlichere Welt einzusetzen, betont Hennefeld.

Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach veranstaltet das Alpbacher Pfarramt eine spirituelle Morgenandacht. An den Morgenbetrachtungen wirken die Römisch-katholische Kirche, die Evangelische Kirche A.B. die Evangelisch Kirche H.B. sowie die Evangelisch-methodistische Kirche in Österreich mit. Für die Evangelische Kirche A.B. gestaltete Pfarrerin Maria Katharina Moser eine Andacht, für die Evangelisch-methodistische Kirche nahm Superintendent Stefan Schröckenfuchs anhand des „Rache-Psalms“ 58 die „Furcht vor den Robotern“ in den Blick. Außerdem gibt es einen Beitrag der liberalen jüdischen Gemeinde „Or Chadasch“ und der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Die Morgenandachten sind vor allem als geistiger Tagesimpuls gedacht und bieten die Möglichkeit einer gemeinsamen Besinnung auf grundsätzliche Wertvorstellungen der jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen.

ISSN 2222-2464