Hennefeld: „Man muss die Dinge nicht einfach hinnehmen“

Hennefeld: "Auferstehung kann auch heute mitten in unserem Leben möglich sein, überall dort, wo sich Menschen empören gegen Unrecht, Gewalt und Ausbeutung von Mensch und Natur und sich mit den Schwachen und Ausgegrenzten solidarisieren". Foto: epd/Uschmann
Hennefeld: "Auferstehung kann auch heute mitten in unserem Leben möglich sein, überall dort, wo sich Menschen empören gegen Unrecht, Gewalt und Ausbeutung von Mensch und Natur und sich mit den Schwachen und Ausgegrenzten solidarisieren". Foto: epd/Uschmann

Landessuperintendent wünscht sich aktive und wache BürgerInnen

Wien (epdÖ) – „Auferstehung kann auch heute mitten in unserem Leben möglich sein, überall dort, wo sich Menschen empören gegen Unrecht, Gewalt und Ausbeutung von Mensch und Natur und sich mit den Schwachen und Ausgegrenzten solidarisieren“, sagte der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld in der Ö1-Sendung „Zwischenruf“ am Ostersonntag, dem 20. April.

Hennefeld erinnerte an die vielen Menschen, die in der Vergangenheit aufgestanden sind und Widerstand geleistet haben, etwa Jesus, der sich mit den Machthabern seiner Zeit anlegte, dazu die Propheten Ezechiel und Jeremia oder Martin Luther am Reichstag zu Worms. Auch heute gebe es noch Menschen, die einfach aufstehen und so Protest leisten würden, so Hennefeld in Anspielung auf den Spitzenkandidaten einer für das EU-Parlament wahlwer-benden Partei, der während einer ORF-Pressestunde das Studio verlassen hat.

„Das mag demokratiepolitisch bedenklich sein, wenn man sich der Diskussion verweigert, aber es hat auch etwas ausgesprochen Erfrischendes“, findet Hennefeld. „Oft genug werden wir mit Worthülsen bombardiert, besonders in Wahlkampfzeiten, so auch im schon angelaufenen Wahlkampf für das Europäische Parlament.“ Aktionismus in der Politik sei an sich nichts Neues und diene oft einzig der Selbstdarstellung, betonte Hennefeld. „Aber die Idee an sich, Zeichen zu setzen, Ungewöhnliches zu tun, nicht einfach alles hinzunehmen, das hat auch etwas Protestantisches, ja das ist auch etwas sehr Biblisches.

„Zwischen politischem Aktionismus und Ostern bestehe jedenfalls ein gewisser Zusammenhang, zeigte sich Hennefeld überzeugt. „Das Osterfest sagt mir: Man kann auch aufstehen, man muss die Dinge nicht einfach hinnehmen. Es geht auch anders. Aufstehen und weggehen und etwas ganz anders machen, kann Menschen tatsächlich in Bewegung setzen. So können aus mutlosen Bürgern aktive und wache GestalterInnen des Lebens und der Gesellschaft werden.“Die Ö1-Sendung „Zwischenruf“ kann noch bis 26. April hier nachgehört werden: oe1.orf.at/programm/369808

ISSN 2222-2464