Hennefeld: Coronakrise als Weckruf, um Lebensstil zu überdenken

Feierten gemeinsam in der Wiener Zwinglikirche und mit den Zusehern zuhause: Pfarrerin Réka Juhász und Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Foto: epd/Uschmann
Feierten gemeinsam in der Wiener Zwinglikirche und mit den Zusehern zuhause: Pfarrerin Réka Juhász und Landessuperintendent Thomas Hennefeld. Foto: epd/Uschmann

TV-Gottesdienst aus Wiener Zwinglikirche

Wien (epdÖ) – Zu einem Überdenken eines Lebensstils, der gekennzeichnet sei durch „Verschwendung von Ressourcen, Profitgier und Profitmaximierung“, hat der evangelisch-reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld aufgerufen. In seiner Predigt im TV-Gottesdienst am Sonntag, 3. Mai, aus der Wiener Zwinglikirche sagte Hennefeld mit Blick auf die Coronakrise: „Das Leben von Millionen Menschen hat sich schlagartig verändert. Die Situation, in der wir heute leben, kann dazu führen, das eigene Leben zu überdenken, aber auch das zu überdenken, was wichtig ist für uns und für unsere Gesellschaft.“ Er empfinde die gegenwärtige Lage als einen „Weckruf“, meinte Hennefeld in Anlehnung an den Bibelvers „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird Christus dein Licht sein“, der der Predigt zugrunde lag.

Kein Impfstoff gegen den Klimawandel

Insbesondere warnte Hennefeld vor dem Fehler, auf dem Weg zurück in die Normalität nach der Coronakrise den Klimawandel aus den Augen zu verlieren, „weil wir meinen, dass es jetzt Wichtigeres gebe. Die Pandemie ist schrecklich, aber irgendwann wird es einen Impfstoff geben. Gegen die verheerenden Folgen des Klimawandels wird das nicht der Fall sein.“

Auf die Mitmenschen aufzupassen dürfe nicht nur in Zeiten der Pandemie Gebot der Stunde sein. Gott zu loben bedeute vielmehr, die ganze Welt und die ganze Schöpfung im Blick zu haben. Das sei nicht nur in Bezug auf den Klimawandel relevant, sondern auch angesichts tausender Flüchtlinge, etwa in griechischen Lagern, wo Menschen von Mund-Nasen-Schutz oder Abstandsregeln „nur träumen“ könnten: „Wenn wir Gott loben, dann sind wir ganz wach und sehen auch die Dramen in dieser Welt, dann dürfen wir nicht nur an unser Wohl im Land denken sondern auch an andere Menschen, dann schmerzt es und ist unerträglich zu sehen, wie Menschen in Lagern zusammengepfercht leben ohne jede Perspektive.“

„Neue Wege, neue Ideen“

Es brauche gerade für die nachösterliche Zeit „neue Wege, neue Ideen, die uns in eine gute und für alle Menschen gedeihliche Zukunft führen“. Sie würden helfen, einander mit der bleibenden österlichen Freude anzustecken: „So können wir einander aufwecken, wenn wir dösen oder im Dämmerschlaf sind.“

Mit Hennefeld gestaltete Réka Juhász, Pfarrerin der Wiener reformierten Stadtkirche, den Gottesdienst. Für die Musik sorgten Katrin Auzinger (Alt), Paul Rintelen (Naturtrompete), Florian Wieninger (Violone) und Landeskantor Matthias Krampe als musikalischer Gesamtleiter.

Den Gottesdienst zum Nachschauen finden Sie in der ORF-TV-Thek: tvthek.orf.at
TV-Gottesdienst aus Oberwart bis Ende Mai immer mittwochs

Voraussichtlich bis 27. Mai auf ORF III zu sehen ist der evangelische Gottesdienst aus dem burgenländischen Oberwart, der jeden Mittwoch um 8 Uhr ausgestrahlt wird: tvthek.orf.at. Der Livestream ist auch auf der Website der Oberwarter Pfarrgemeinde zu sehen: bit.ly/web_Oberwart.

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ISSN 2222-2464