Helene Miklas Vizerektorin der neuen Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien

Miklas: Gemeinsames entdecken und Differenzen aufzeigen

Wien (epd Ö) Die Direktorin der Evangelischen Religionspädagogischen Akademie (ERPA), Dr. Helene Miklas, wurde mit 1. Oktober zur Vizerektorin der neuen Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien gewählt. Zu ihrem neuen Aufgabenbereich sagte Miklas gegenüber epdÖ: „Ich wünsche mir, dass alle Studierenden und Lehrenden ganz besondere Fähigkeiten im interkulturellen, interreligiösen und interkonfessionellen Bereich erhalten.“ Nominell bleibt Miklas weiterhin Direktorin der ERPA. Als Vizerektorin wird sie sich um die Koordination der Aus-, Fort- und Weiterbildung für den orthodoxen, altkatholischen und evangelischen Religionsunterricht kümmern, um die berufsfeldbezogene Forschung der gesamten Hochschule und um die Bildungskooperative im gesamten „tertiären Bereich“, so Miklas. Dazu gehört die Vernetzung mit anderen Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland.

Gegenüber ihrer Arbeit als Direktorin der ERPA werde sie jetzt „sehr viel mehr strategische Arbeit leisten müssen“ und zusammen mit den anderen KollegInnen des fünfköpfigen Rektoratsteams der Hochschule „Strukturen legen“, erklärte Miklas. Wesentlicher Teil der Ausbildung an der neuen Hochschule wird für Miklas die Frage sein, wie sich das christliche Menschenbild „auf unseren Umgang miteinander, auf die Hochschule und auf den pädagogischen Bereich“ auswirkt.

Die zukünftige Ausbildung an der neuen Hochschule erfolgt in Modulen, die Theorie und Praxis miteinander zu verschränken versuchen. In Zukunft wäre es dadurch möglich, „dass viel mehr Lehrende miteinander in den Modulen zusammenarbeiten“, hofft die Vizerektorin. Miklas sieht die neue Hochschule als ein „tolles Experiment, ein Wagnis, aber auch als etwas ganz Spannendes“, wo verschiedene Kulturen miteinander arbeiten. Durch das Zusammentreffen verschiedener Konfessionen bestehe die Möglichkeit, dass Gemeinsames entdeckt und Differenzen aufgezeigt werden, aber auch Konfessionen ihre eigene Identität benennen könnten.

Die ERPA und das Religionspädagogische Institut der Evangelischen Kirche A. und H.B. in Österreich (ERPI) sind Teil der neuen Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien. Ihre Räumlichkeiten in der Wiener Severin-Schreiber-Gasse bleiben bestehen. Allerdings werden auch andere Gruppen der neuen Hochschule die Räume von ERPA und ERPI zum Teil nutzen beziehungsweise ERPA und ERPI auch in Räumen anderer Gruppen der Hochschule ihre Veranstaltungen durchführen, berichtet Miklas.

Die neue kirchliche Pädagogische Hochschule in Wien wird die größte pädagogische Hochschule in Österreich sein. Als in Europa einzigartiges Projekt werden sich an dieser Hochschule die katholische, evangelische, orthodoxe und altkatholische Kirche gemeinsam um die Lehreraus- und -weiterbildung bemühen. Unter einem institutionellen Dach wird die Hochschule acht bisher selbständige Institutionen vereinen: die Pädagogische und die Religionspädagogische Akademie der Erzdiözese Wien sowie das Pädagogische und das Religionspädagogische Institut der Erzdiözese, die Pädagogische Akademie und das Religionspädagogische Institut der Diözese St. Pölten sowie die ERPA und das ERPI der Evangelischen Kirche in Österreich. Partnerinnen der neuen Hochschule sind auch die orthodoxe und die altkatholische Kirche. Im Herbst 2007 soll die neue Hochschule – mit insgesamt fünf Standorten (in Wien: Strebersdorf, Curhaus am Stephansplatz, Severin-Schreiber-Gasse; Krems und St. Pölten) – den regulären Betrieb aufnehmen. Das Studienjahr 2006/07 dient als Übergangsjahr.

ISSN 2222-2464