Hauptversammlung des PfarrerInnenvereins

Schumann: Kirche als Dienstleistungsbetrieb braucht Ausgaben bei Personal

Gallneukirchen, 27. August 2003 (epd Ö) „Manchmal habe ich das Gefühl, wir Pfarrerinnen und Pfarrer sollen zum Problemfall gemacht werden“, dies sagte der Obmann des Pfarrervereins, Dr. Stefan Schumann, bei der Hauptversammlung des Vereins Österreichischer Pfarrerrinnen und Pfarrer in Österreich (VEPPOE) am vergangenen Montag in Gallneukirchen. Schumann betonte, bei einem Dienstleistungsbetrieb, wie es im weiteren Sinn auch die Kirche sei, fiele nun einmal der größte Teil der Ausgaben auf die Personalkosten. Ein professioneller Beruf koste sein Geld, „ist dieser Gedankengang zu akzeptieren, braucht es Obsorge dafür, dass die Bezüge in einem notwendigen Maß steigen können, so dass beispielsweise die Teuerungsrate abgegolten wird.“ Ziel bei den Kollektivvertragsverhandlungen müsse es daher sein, die Gehälter abzusichern, „dies kann aber nicht auf Kosten notwendiger Aufnahmen von Kolleginnen und Kollegen geschehen.“

Auch wenn diese Anforderungen an die Verhandlungen „ungebührlich“ in der derzeitigen Lage erscheinen, so betonte Schumann, bestehe die Kirche aus einer großen Anzahl von Menschen, „die unentgeltlich arbeiten, allein weil es ihrem Leben einen Sinn gibt.“ „Das ist die Faszination vom „Priestertum aller Gläubigen“. Schon Martin Luther meinte aber, dass es notwendig ist, sich ausgebildete und berufene Menschen leisten zu können.“

Pfarrerinnen und Pfarrer sofort dauerhaft anstellen

„Schwer einschätzbar“ bleibe die Anstellungssituation von Pfarrerinnen und Pfarrern“ so Schumann. Nach wie vor würden Pfarrerinnen und Pfarrer in den ersten fünf Dienstjahren kündbar gehalten, um keine Dauerverpflichtungen einzugehen. Dieses Vorhaben sei bis heute nicht theologisch reflektiert. Der Obmann: „Unsere Forderung ist klar und eindeutig: Abschaffung der Nicht-Definitivstellung in den ersten fünf Dienstjahren.“

Notfallfonds bei persönlichen Katastrophen

Einen Notfallfonds für Pfarrerinnen und Pfarrer in Höhe von 15.000 Euro haben die TeilnehmerInnen der VEPPOE-Hauptversammlung beschlossen. „Immer häufiger hören wir von persönlichen Notfällen, wo schnelle und unbürokratische Hilfe einfach notwendig ist, etwa wenn ein Unfall passiert ist oder ein Kollege verstirbt und eine Familie hinterlässt.“ Hier solle mit dem Notfallfonds eine „rasche Hilfe“ ermöglicht werden.

Der VEPPOE ist die Standesvertretung der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer. Er besteht seit mehr als einhundert Jahren und hat rund 300 Mitglieder.

ISSN 2222-2464