Haiti: Schwieriger Wiederaufbau auch Jahre nach Erdbeben

Auch Jahre nach der verheerenden Naturkatastrophe ist der Wiederaufbau auf Haiti noch nicht abgeschlossen. (Im Bild: Erdbebensicheres Haus; Foto: Thomas Lohnes)
Auch Jahre nach der verheerenden Naturkatastrophe ist der Wiederaufbau auf Haiti noch nicht abgeschlossen. (Im Bild: Erdbebensicheres Haus; Foto: Thomas Lohnes)

Diakonie und Kindernothilfe helfen mit Partnerorganisationen vor Ort

Wien (epdÖ) – Erdbeben, Hurrikans und Überschwemmungen sind eine allgegenwärtige Gefahr in Haiti, auch fünf Jahre nach einer der verheerendsten Katastrophen seit 200 Jahren. Bei dem schweren Erdbeben, das am 12. Januar 2010 große Teile Haitis zerstörte, verloren rund 250.000 Menschen ihr Leben, 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Schon vor dem Erdbeben war Haiti eines der ärmsten Länder der Welt. Der Großteil der Menschen lebte in Häusern aus Lehm und minderwertigen Baustoffen, die innerhalb von Sekunden einstürzten. Aufgrund der mangelnden Infrastruktur und der dadurch erschwerten Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten war das Beben verheerend.

Durch die Arbeit zahlreicher Hilfsorganisationen konnten erste Hilfeleistungen erbracht werden, bis heute erweist sich die Aufbauarbeit aber als mühsam. „Die Bedingungen für den Wiederaufbau in Haiti sind besonders schwierig, aber fünf Jahre nach dem Beben ist es gelungen, dass in jenen Regionen, wo die Diakonie Katastrophenhilfe tätig ist, die meisten Betroffenen nun in dauerhaften Unterkünften ein Zuhause finden“, erklärt Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. Nach dem schweren Erdbeben waren die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner sofort vor Ort und im Einsatz.

„Zusätzlich zu den erschwerten Lebensbedingungen und dem Leid, das die Menschen in Haiti durch das Beben erleben mussten, haben in den letzten Jahren zwei weitere Katastrophen das Land erfasst“, so Lassmann. Eine Choleraepidemie, die einige Monate nach dem Beben bis zu 700.000 Menschen infizierte und bei der mehr als 8000 Erkrankte ihr Leben verloren. Im Jahr 2012 traf außerdem Hurrikan Sandy auf Haiti. Die durch den Wirbelsturm erzeugten Niederschläge waren so stark, dass viele Teile des Landes erneut zerstört wurden. Aus diesem Grund habe die Diakonie Katastrophenhilfe die Vorsorgeprogramme verstärkt und unterstütze das Land dabei, sich für künftige Katastrophen zu wappnen.

Unter den Folgen der Naturkatastrophe leiden besonders Kinder und Jugendliche. Nur jedes vierte Kind im Volksschulalter geht in die Schule, jedes dritte Kind ist unterernährt. Hunderttausende Mädchen und Buben leben auf der Straße oder müssen völlig entrechtet für fremde Familien schuften. „Wir brauchen dringend einen engagierteren Staat, gute öffentliche Krankenhäuser, viel mehr staatliche Schulen – also endlich ausreichend Investitionen in Bildung. Nur so kann die extreme Armut in Haiti überwunden werden“, fordert Alinx Jean-Baptiste, Landesdirektor des Kindernothilfe-Büros in Port-au-Prince.

Die Kindernothilfe fördert und unterstützt aktuell 18.000 Kinder und Jugendliche in 15 Projekten, heißt es in einer aktuellen Aussendung. Dazu zählt der Wiederaufbau von neun Schulen, die zum Teil in den schwer zugänglichen Bergregionen des Katastrophengebietes liegen. Tausende Mädchen und Buben, die keinen Zugang zu Bildung hatten, lernen hier nun neben Schreiben und Rechnen auch praktische Fähigkeiten. „Um die Bewohner in ihrem Kampf gegen die Armut sozial wie wirtschaftlich zu stärken, brauchen sie dringend mehr Zugang zu Bildung. Der Schulbesuch und eine Ausbildung gibt den Kindern die Chance, bezahlte Arbeit und einen Weg aus der Armut zu finden“, ergänzt Kindernothilfe-Österreich-Geschäftsleiter Gottfried Mernyi.

Hilfsorganisationen sind nach wie vor auf Spenden angewiesen, um vor Ort mit der Aufbauarbeit weitermachen zu können.

Diakonie Katastrophenhilfe: IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333

Kindernothilfe Österreich: IBAN AT14 2011 1310 0280 3031

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ISSN 2222-2464