Haiti: Neue Schule für 1400 Kinder eröffnet

1400 Kinder vom Kindergarten bis zum Matura-Alter finden in der neu aufgebauten Schule Platz zum Lernen. Foto: J. Schübelin
1400 Kinder vom Kindergarten bis zum Matura-Alter finden in der neu aufgebauten Schule Platz zum Lernen. Foto: J. Schübelin

„Schule gibt Kindern eine Chance, einen Weg aus der Armut zu finden“

Wien (epdÖ) – Die von der Kindernothilfe neu aufgebaute Schule St. François de Sales in Carrefour konnte Anfang Oktober, zu Beginn des Schuljahres in Haiti, wiedereröffnet werden. 1400 Kinder vom Kindergarten bis zum Matura-Alter finden hier Platz zum Lernen. Am Jahrestag des Erdbebens, dem 12. Jänner, fand nun die offizielle Eröffnung der Schule statt, gleichzeitig wurde der Opfer des Bebens gedacht: Auch 150 Kinder, vier Lehrer und drei Ordensschwestern kamen beim Einsturz der ursprünglichen Schule der Petites Soeurs de Sainte-Thérèse de l’enfant Jésus ums Leben.

„Seither wurde in einem von der Kindernothilfe eingerichtetem Kinderschutzzentrum gelernt, mit pädagogischer und psychologischer Unterstützung sowie einem Notschulbetrieb konnten 1100 Kinder betreut werden. Gleichzeitig begleiteten die beiden chilenischen Architekten Pablo Guzmán und Alvaro Arrigada, beide Experten im erdbebensicheren Bauen, den Wiederaufbau der St. François de Sales-Schule. Die Baukosten – inklusive Planung und Supervision – beliefen sich dabei auf 3,3 Millionen Euro“, heißt es in einer Aussendung der Kindernothilfe Österreich. Die Kosten seien größtenteils durch Spenden gedeckt worden.

Die Bedeutung der neuen Schule für die Region und die Kinder sei immens: Sie biete Hoffnung für Carrefour, eine der ärmsten Gegenden Haitis. Die Kindernothilfe habe nicht nur den Bau der neuen Schule unterstützt, sondern finanziere über ihr Patenschaftsprogramm auch den Schulbesuch der Kinder, sodass die Schulausbildung gesichert sei, was wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen beitrage. „Es gibt nun auch eine Mensa und ein tägliches Mittagessen für die Kinder, die Schule ist zudem an das staatliche Gesundheitssystem angeschlossen – es finden regelmäßig Impfkampagnen statt“, so die Kindernothilfe.

„Um die Bewohner in ihrem Kampf gegen die Armut sozial wie wirtschaftlich zu stärken, brauchen sie dringend mehr Zugang zu Bildung. Der Schulbesuch und eine Ausbildung geben den Kindern die Chance, bezahlte Arbeit und einen Weg aus der Armut zu finden“, erklärt Kindernothilfe-Österreich-Geschäftsleiter Gottfried Mernyi. „Die Erdbeben-Katastrophe darf nicht dazu führen, dass Haitis Kinder auch jegliche Chance auf Bildung verlieren.“ Weitere von der Kindernothilfe finanzierte Schulen befänden sich im Bau. Die nach dem Erdbeben eingerichteten Kinderzentren seien weiterhin wichtige Anlaufstellen für Tausende Kinder, um dank psychosozialer Betreuung und gemeinsamer Aktivitäten die schlimmen Erlebnisse der letzten Jahre besser verarbeiten zu können.

ISSN 2222-2464