Haiti: Hilfe der Spendenorganisationen erreicht Opfer

Diakonie startete zweiten Hilfsflug

Wien (epd Ö) – Das Team der Diakonie Katastrophen-hilfe hat inzwischen 7,5 Tonnen Hilfsgüter von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince in die Stadt Jacmel weiter in den Süden transportiert. Die Güter konnten nur per Helikopter befördert werden, da der Zustand der Straßen ungenügend ist, berichtet die Diakonie. Mit der Verteilung der Medikamente, Decken, Plastikplanen, Wasserkanister und Nahrungsmittel wurde umgehend begonnen, der Bedarf der Opfer an Hilfe sei enorm. „Die meisten Menschen in der Hauptstadt Port-au-Prince schlafen weiterhin im Freien“, sagt Rainer Lang, der für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort ist.

Am vergangenen Donnerstag, 28. Jänner, hat die Diakonie zum zweiten Mal Hilfsgüter nach Haiti geschickt. Der Airbus, den ein Unternehmen kostenlos zur Verfügung stellte, startete von Hamburg aus direkt nach Port-au-Prince. Transportiert wurden unter anderem 10 Tonnen Werkzeug, die für das so genannte „Cash for Work“-Programm (Geld für Arbeit) vorgesehen sind. „Dies ist gerade in der schwierigen Phase direkt nach dem Erdbeben besonders sinnvoll“, erklärt Lang. Die Armut in Haiti war schon vor dem Erdbeben enorm. Jetzt sind die Lebensmittelpreise so stark gestiegen, dass viele Menschen sich das Notwendigste nicht mehr leisten können. Lang: „Wir geben ihnen Geld für ihre Arbeit, das hilft mehrfach: Es stärkt sie in ihrem Selbstbewusstsein, hilft ihnen, ihre Angehörigen versorgen zu können, und leistet therapeutische Hilfe, weil damit ihr Tagesablauf strukturiert wird.“

„Viele Häuser und Wohnungen sind zerstört, viele Menschen haben aber auch Angst vor den ständigen Nachbeben, die es im Katastrophengebiet täglich gibt“, berichtet Lang. Als erstaunlich beschreibt er, wie die Menschen in dem Chaos der Zerstörung ihr Leben organisieren. Hilfsgüter erreichen nach und nach die Betroffenen, auch wenn die logistischen Herausforderungen extrem sind. Dazu zählt vor allem der schlechte Zustand der Straßen, der eine geordnete Verteilung der Hilfsgüter sehr erschwert.

Die Kindernothilfe hat inzwischen den Betrieb des ersten Kinderzentrums in Port-au-Prince aufgenommen. Das berichtet der Kindernothilfe-Koordinator Ruben Wedel aus der Krisenregion. Die Kinder erhalten dort Nahrung und Wasser, werden physisch und psychisch versorgt, begleitet und vor allem geschützt. „Kinder sind in Katastrophensituationen besonders gefährdet“, sagt Luzia Wibiral, Geschäftsführerin der Kindernothilfe Österreich. Neben der Soforthilfe sei vor allem wichtig, dass die Kinder registriert werden. Nur so könnten sie vor Übergriffen und Gewalt geschützt werden. Mit Hilfe ihrer Koordinatoren in Port-au-Prince plant die Kindernothilfe die Einrichtung weiterer Kinderzentren. Die Kindernothilfe hat in Port-au-Prince und der unmittelbaren Umgebung mehrere Kinderhilfsprojekte, mit denen sie mehr als 5000 Kinder erreicht. Fünf der Projekte sind von der Katastrophe betroffen und weitestgehend zerstört.

Spendenkonten:

Diakonie Katastrophenhilfe: PSK 23.13.300 (BLZ 60.000), Kennwort „Erdbeben Haiti“, www.diakonie.at/katastrophenhilfe/

Nachbar in Not: PSK 90.150.300 (BLZ 60.000) Kennwort „Erdbeben Haiti“

Kindernothilfe: PSK 92.144.077 (BLZ 60.000), www.kindernothilfe.at/Online_Spenden

ISSN 2222-2464