„Häferl“: Warmer Ort und warmes Essen für Menschen in Not

Zwischen 100 und 200 Menschen versorgen Leiter Norbert Kavranek und sein Häferl-Team täglich mit einer warmen Mahlzeit (Foto: Diakonie/Luiza Puiu)
Zwischen 100 und 200 Menschen versorgen Leiter Norbert Kavranek und sein Häferl-Team täglich mit einer warmen Mahlzeit (Foto: Diakonie/Luiza Puiu)

Armutsbetroffene bekommen warmes Essen und haben einen Ort, um sich zu treffen

Wien (epdÖ) – Die Nachfrage nach einem warmen Platz und einem warmen Essen ist groß, berichtet die Diakonie aus ihrer sozialen Einrichtung „Häferl“ in Wien. Die Kälte lässt den Andrang von Menschen in Not auf einen warmen Ort und ein warmes Essen ansteigen. „Soziale Notstellen und ein warmer Ort sind in solchen Situationen für Armutsbetroffene eine existentielle Frage“, so Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie. Diese Hilfe werde mehr denn je gebraucht. Die Anzahl der servierten Menüs im „Häferl“ist in den letzten Jahren stark gestiegen: Sie hat sich mehr als verdoppelt. „Waren es vor drei Jahren noch 14.067 Mahlzeiten, so sind es jetzt 40.816 Portionen, die serviert wurden“, erklärt Schenk. „2004 waren es noch 5027 im Jahr.“

„700 Hände oder 350 ehrenamtliche Helfer – Schüler, Pensionisten und Studenten, sozial kochende Bürogemeinschaften, liebe Freunde und auch so mancher Gast– haben im letzten Jahr 3050 kg Erdäpfel und 1400 kg Zwiebel geschält (und sieben Liter Tränen vergossen), 1400 kg Teigwaren wurden verkocht, 670 kg Reis, 880 kg Fleisch, 966 kg Wurst, 390 kg Fisolen, 540 kg Bohnen und 1000 kg Tomaten. Wir haben 8200 Liter Suppe gekocht, und 1700 Eier, 365 kg Mehl und 650 Liter Milch wurden zu 8000 Palatschinken, aus denen so manche Frittateneinlage wurde. Insgesamt ergaben diese Zutaten 40.816 Menüs. Heuer werden es nicht weniger werden“, berichtet „Häferl“-Leiter Norbert Karvanek.

Zwischen 100 und 200 Menschen werden an vier Tagen pro Woche im „Häferl“ mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise versorgt, finden einen Ort, um sich zu treffen und ein bisschen zu Hause zu fühlen. Das„Häferl“ ist an vier Tagen in der Woche für alle Menschen geöffnet. „An diesen Tagen bieten wir jedem Gast gratis Essen an. Wir verteilen bei Bedarf Kleidung und bieten Raum für soziale Kommunikation und Beratung“, erläutert Karvanek, Leiter des Häferls. „Wir sind keine Ausspeisung, wir servieren unseren Gästen das Essen, der Unterschied ist uns wichtig.“

Geld- und Lebensmittelspenden werden dringend gebraucht. Auch „sich selbst spenden“ und für die Gäste kochen ist eine Möglichkeit zu helfen. Weitere Informationen: www.haeferl.net

ISSN 2222-2464