„Großer Respekt vor diesem menschlichen Schritt“

Benedikt XVI. hatte am Montag, 11. Februar in Rom vor Kardinälen völlig überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt. Der 85-Jährige verwies darauf, dass ihm inzwischen die Kraft für die Aufgaben des Papstes fehle. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)
Benedikt XVI. hatte am Montag, 11. Februar in Rom vor Kardinälen völlig überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt. Der 85-Jährige verwies darauf, dass ihm inzwischen die Kraft für die Aufgaben des Papstes fehle. (Foto: epdÖ/M.Uschmann)

Bischof Michael Bünker zum überraschenden Rücktritt des Papstes

Wien (epdÖ) – „Aus menschlicher Sicht habe ich großen Respekt vor dieser Entscheidung“, erklärte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker in einer ersten Reaktion auf den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Es sei ein „außergewöhnliches Ereignis“, weil es in der Geschichte des Papsttums so selten vorgekommen ist. „Ich denke, dass damit auch das Papstamt ein Stück weit ein menschlicheres Gesicht bekommt“, so der Bischof gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.

Für ein evangelisches Verständnis von Kirche und Amt sei es „etwas ganz Normales“, dass Menschen, die eine kirchliche Leitungsfunktion innehaben, diese auch beenden. Die großen Hoffnungen für die Ökumene, die mit dem Amtsantritt Benedikts 2005 verbunden waren, hätten sich als „nicht realisierbar“ herausgestellt, bilanziert Bünker. Vor allem der Besuch des Papstes im Herbst 2011 in Erfurt und die Begegnungen mit der Evangelischen Kirche hätten viele als „ernüchternd“ erlebt, ökumenische Impulse seien ausgeblieben. Schon als Präfekt der Glaubenskongregation habe Ratzinger die Nichtanerkennung der Evangelischen Kirchen betont, was er in seiner Amtszeit als Papst dann bekräftigt habe. In der Frage der Stellung des Papstamtes sei „keine Offenheit oder Bewegung“ erkennbar, meinte der Bischof, der zugleich auch Generalsekretär der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) ist.

Benedikt XVI. hatte am Montag, 11. Februar in Rom vor Kardinälen völlig überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt. Der 85-Jährige verwies darauf, dass ihm inzwischen die Kraft für die Aufgaben des Papstes fehle.

ISSN 2222-2464