Griechische und türkische Zyprioten wollen in Frieden leben

Religionsvertreter Zyperns nahmen an einem Dialogseminar in Nikosia teil. Foto: Wikimedia/Simisa
Religionsvertreter Zyperns nahmen an einem Dialogseminar in Nikosia teil. Foto: Wikimedia/Simisa

Krömer: Religionsvertreter nahmen erstmals an Dialogseminar teil

Nikosia/Wien (epdÖ) – „Griechische und türkische Zyprioten wollen unabhängig von ihrer Religions- und Glaubenshaltung miteinander leben und haben ein Interesse an der Überwindung der schwierigen Situation“, sagte Synodenpräsident Peter Krömer nach seiner Rückkehr aus Nikosia. Am vergangenen Wochenende hatte die Arbeitsgruppe für Menschenrechte und Religionsfreiheit innerhalb der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) dort getagt und ein Dialogseminar mit Vertretern aller Religionen veranstaltet. Damit hätten, so der Jurist, der schon seit mehreren Jahren in der Arbeitsgruppe mitarbeitet, erstmals in einem offiziellen Rahmen führende Vertreter der Hauptreligionen in Zypern an einem Gespräch über Fragen der Religionsfreiheit teilgenommen. Vertreten waren Bischöfe der Orthodoxen Kirche von Zypern, der Erzbischof der Armenisch-koptischen Kirche, der zypriotische Erzbischof der Maronitischen Kirche, die zur Römisch-katholischen Kirche gehört, sowie Vertreter der Anglikanischen Kirche und auch ein Iman als Vertreter des Großen Mufti von Zypern. Teilgenommen haben an den Gesprächen auch die Innenministerin Zyperns und die Botschafter Schwedens und Österreichs.

Die Repräsentanten der christlichen Kirchen beklagten bei dem Treffen vor allem die Verletzung der Religionsfreiheit und ihre Diskriminierung im Norden Zyperns im Zusammenhang mit der Besetzung durch die türkische Armee. Krömer selbst berichtete gegenüber dem Evangelischen Pressedienst auch von zerstörten Kirchen. Nach der Vertreibung der Griechisch sprechenden Zyprioten werde es etwa den christlichen Kirchen verwehrt, auf eigene Kosten die Kirchen wiederherzustellen, andere, nicht zur Gänze zerstörte Gotteshäuser, würden für profane Zwecke verwendet und den Kirchen nicht zurückgegeben, ebenso sei die geistliche Tätigkeit stark eingeschränkt. Demgegenüber wurde bei dem Treffen die Rolle der Religionen und ihr Beitrag zur wechselseitigen Versöhnung unterstrichen. Nur auf dieser Basis sei eine politische Lösung der komplexen Situation möglich, waren sich die TeilnehmerInnen einig. Hingewiesen wurde bei dem Dialogseminar auch auf die Bedeutung der Jugend in der Versöhnungsarbeit: So hatte die KEK-Arbeitsgruppe parallel zu ihrem Treffen auch zu einer Jugendveranstaltung eingeladen, bei der Krömer über das Grundrecht der Religionsfreiheit referierte.

ISSN 2222-2464