Glaubenskirche braucht neuen Glockenturm

Als Auftakt einer Öffentlichkeitskampagne führte Architekt Roland Rainer durch „seine“ Kirche in Wien-Simmering

Wien, 07. August 2002 (epd Ö) „Hier wird mit ganz wenig Mitteln ein großer Gedanke verkörpert – fast ohne Material wird das Allerhöchste ausgedrückt,“ so resümierte mit sichtbarer Freude Architekt Professor Roland Rainer am Dienstag vor Journalisten die Essenz der Simmeringer Glaubenskirche, die er vor 40 Jahren erbaut hat. Der Atriumbau in der Braunhubergasse 20 wurde 1962/63 um nur 1,6 Millionen Schilling errichtet. „Es war eine Herausforderung zu zeigen, mit wie wenig Geld man eine Kirche bauen kann.“ Schlichte Materialien – Ziegel, Beton, Glas und Fichtenholz – wurden verwendet. „Wir haben das Kreuz entmaterialisiert, ein Kreuz nicht aus Gold, sondern aus Licht, aus Glasbausteinen.“ Hinter dem Altar gibt Glas den Blick auf Bäume frei – statt eines Gemäldes sollte die Natur in die Kirche geholt werden.

Die Simmeringer Rainer-Kirche ist zwar Architekten aus aller Welt ein Begriff, im Bewusstsein der Öffentlichkeit hat sie aber nicht den Stellenwert, den sich Pfarrerin Mag. Lydia Burchhardt wünscht. Die Rainer-Journalistenführung war deshalb als Beginn einer verstärkten Präsentation der Kirche gedacht, die im nächsten Jahr mit dem 40-Jahr-Jubiläum ihren Höhepunkt finden soll.

Die Simmeringer Pfarrgemeinde hat allerdings auch ein Problem mit ihrem Baujuwel: Der Glockenturm muss erneuert werden – von innen sprengt Feuchtigkeit den Beton auf. Trotz der Zusagen von Bundesdenkmalamt und Stadt Wien, sich an den Kosten zu beteiligen – Pfarrerin Burchhardt schätzt sie auf mindestens 35.000 Euro –, werden deshalb verstärkt Spenden benötigt.

(Kontonummer 00614037000 bei der Bank Austria, lautend auf Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering)

ISSN 2222-2464