Gewaltpotential in Österreich verringern

Ökumenischer Rat der Kirchen Österreich plant konkrete Schritte zur Umsetzung der „Dekade der Überwindung von Gewalt 2001-2010“

Wien, 9. Jänner 2002 (epd Ö) Die vom „Ökumenischen Rat der Kirchen“ im Dezember 1998 beschlossene „Dekade der Überwindung von Gewalt 2001-2010“ soll auch in Österreich in konkrete Initiativen münden. Das erklärte der evangelische Oberkirchenrat Dr. Michael Bünker gegenüber kirchlichen Nachrichtenagenturen in Wien. In einem vom „Ökumenischen Rat der Kirchen Österreich“ (ÖRKÖ) veranstalteten Impulstag im November des vergangenen Jahres habe man sich in Arbeitskreisen mit verschiedenen Aspekten von Gewalt auseinander gesetzt. So sei es beispielsweise um „Gewalt in der Stadt“, „Gewalt in den Medien“ oder „Österreichische Sicherheits- und Friedenspolitik“ gegangen. Auf dieser Grundlage soll nun weiter gearbeitet werden.

Bünker äußerte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, die vorhandenen Gewaltpotentiale in der Gesellschaft zu verringern. „Das Bemühen um Gewaltfreiheit hat gerade durch die Ereignisse vom 11. September des Vorjahres eine ganz neue Dringlichkeit erfahren“, so Bünker.

Beinahe zeitgleich mit der Dekade des „Ökumenischen Rates der Kirchen“ wurde im November 1998 von den Vereinten Nationen die „Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit“ ausgerufen. Obwohl die beiden Dekaden grundsätzlich unabhängig voneinander bestehen würden, sei eine intensive Zusammenarbeit sehr wichtig, betonte Bünker: „Zivilgesellschaftliche und kirchliche Gruppen müssen sich austauschen und gemeinsam konkrete Schritte gegen Gewalt setzen.“

Oberin Christine Gleixner, die Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, bestätigte die große Bedeutung, die man der Dekade seitens des ÖRKÖ beimesse. Der Impulstag sei äußerst positiv verlaufen, und die Arbeitsgruppe „Kirche und Gesellschaft“ werde nun über weitere konkrete Schritte beraten. Daraus resultierende Ergebnisse würden der nächsten Vollversammlung des ÖRKÖ Ende März vorgelegt. „Wir werden sicher der Vollversammlung den Vorschlag unterbreiten, dass man hier konkret mit der Friedensarbeit fortfährt“, so Gleixner wörtlich.

ISSN 2222-2464