Gewalt und Krieg sind eine gefährliche Krankheit

Oberkirchenrat Bünker im Ö1-Radiogottesdienst: Durch Grundsicherung Lebensmöglichkeiten für alle eröffnen

Wien (epd Ö) – „Teufelskreise verlassen“ war das Thema eines Radiogottesdienstes am Abend des 2. Adventsonntags, dem 5. Dezember, aus der Lutherischen Stadtkirche in Wien. In dem Gottesdienst anlässlich der „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ sagte Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker: „Aus Gerechtigkeit entstehen Verhältnisse, die nicht mehr krank machen und die Krieg und Gewalt überwunden haben und so Lebensmöglichkeiten für alle eröffnen.“ Bünker forderte in der Live-Übertragung im Rahmen der Ö1-Reihe „Motive – aus dem evangelischen Leben“ „eine Grundsicherung, die niemanden ins Nichts fallen lässt.“

Weil Gewalt und Krieg Symptome einer gefährlichen Krankheit seien, hätten schon die alttestamentlichen Propheten nach den Ursachen dieser Krankheit gefragt. Diese Ursachen liegen, so der Oberkirchenrat, „in der Ungerechtigkeit, in Verhältnissen, die die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander gehen lassen, in Verhältnissen, die die Armen ärmer und die Reichen reicher machen, in Verhältnissen, die Frauen und Kinder ausschließen und an den Rand drängen, in Verhältnissen, die die natürlichen Ressourcen ausnützen und bedenkenlos vernichten.“ Gerade in der Adventzeit erwarten, so Bünker in seiner Predigt, „Christinnen und Christen die Ankunft des Reiches Gottes in der Person des göttlichen Kindes, die Ankunft von Gerechtigkeit und Frieden, das Ende von Gewalt und Krieg, den Anbruch des Friedensreiches.“

Studientag gegen Gewalt in Europa

Anlässlich der UNO-Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit für die Kinder der Welt und der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt von 2001 bis 2010 hat die Evangelische Akademie Wien einen Studientag „für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit“ durchgeführt mit dem Thema „Gewalt überwinden – als Nachbarn in Europa voneinander lernen“. Der Studientag fand am 4. Dezember im Don Bosco Haus in Wien statt.

ISSN 2222-2464