Gesellschaft hat Interesse an intakten Ehen

Dass in Österreich fast jede zweite Ehe geschieden wird, kann die Kirchen nicht gleichgültig lassen, meint der Wiener Superintendent Werner Horn.

Wien, 17. Juli 2002 (epd Ö) Dass laut Statistik in Österreich fast jede zweite Ehe geschieden wird und in Wien sogar 59 Prozent der Ehen scheitern, könne auch die Kirchen nicht gleichgültig lassen, meinte der Wiener evangelische Superintendent Werner Horn. Die Zahlen bestätigen für ihn, dass die Ehe weitgehend nicht mehr als eine von Gott eingesetzte ganzheitliche Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau gesehen wird, und dass es immer weniger gelingt, Ehekrisen zu bewältigen. Die Leidtragenden seien, neben zurückbleibenden Verwundungen der Ehepartner, vor allem die Kinder, die auf jeden Fall unter einer Scheidung zu leiden hätten. Vielfach sei auch das Bewusstsein verloren gegangen, dass man eine Ehe nicht einfach auflösen könne wie einen Miet- oder Arbeitsvertrag.

Die richtige Antwort auf Schwierigkeiten in der Ehe sei nicht der Zweifel an der Ehe, sondern das eigene Bemühen um die Ehe. Für eine Gesellschaft könne es nicht gleichgültig sein, ob die Ehen intakt sind oder nicht. Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen der Kirchen, aber auch die Seelsorgerinnen und Seelsorger könnten hier eine wichtige Hilfe bei aufgetretenen Ehekrisen leisten. Die Ehe sollte wieder mehr als ein Lebensraum gesehen werden, der dem gemeinsamen Leben und der Liebe „Halt gibt und Geborgenheit verleiht“, so Superintendent Horn.

ISSN 2222-2464