Generalsynode unterstreicht Bedeutung der Kirchenmusik

In einem Studientag beschäftigte sich die Generalsynode mit der Rolle der Kirchenmusik in den Evangelischen Kirchen

Wien (epd Ö) – Die evangelische Kirchenmusik stand im Mittelpunkt eines Studientages der Generalsynode am 28. Oktober im Kardinal König Haus in Wien-Lainz.

 

„Das Evangelium verlangt danach, dass aus innerstem Ausdruck gesungen wird“, erklärte der Erlanger Theologe Univ.-Prof. Peter Bubmann in seinem Referat „Musik in der Kirche – Chancen und Herausforderungen“ vor der Generalsynode. „Musik“, so Bubmann, „hat religiöse Bedeutung in sehr unterschiedlichen Situationen eines Christenlebens, sie gehört in alle Bereiche der Kirche mit hinein.“ Der Wissenschaftler hob hervor, Musik bilde die „Wahrnehmungsfähigkeit des Hörens“ und schärfe damit auch „den religiösen Sinn“. Sie stärke zudem das Profil des Protestantismus, der mit seiner Musik einen entscheidenden Beitrag zur Kultur geleistet habe.

 

Auch als „Keimzelle des Gemeindeaufbaus“ bezeichnete Bubmann die Kirchenmusik. Da jedoch die Milieus sehr unterschiedlich seien, sei es zunehmend schwieriger geworden, gemeinsam zu singen. Der Kirchenmusiker schlug vor, angesichts des neuzeitlichen Pluralismus einen „Grundbestand kirchenmusikalischer Kultur“ festzulegen. Der Referent verwies in diesem Zusammenhang auf die vom Evangelischen Amt für Kirchenmusik erarbeitete „Kernliederliste“.

 

Bubmann forderte „kirchenmusikalische Zentren, die einladen und ausstrahlen“, wie in Österreich die Johann Sebastian Bach Musikschule, sowie Events, Festivals und andere Höhepunkte des kirchenmusikalischen Lebens. Notwendig seien auch Kirchenmusikbeauftragte in den Presbyterien und eine verstärkte Berücksichtigung der Kirchenmusik in der Aus- und Fortbildung der PfarrerInnen und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. „Es braucht Geld und eine entsprechende Prioritätensetzung der Synode“, erklärte der Referent.

 

Generalsynode: „Kirchenmusik ist ein wesentlicher Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums“

 

In einer einstimmig beschlossenen Resolution hat die Generalsynode allen in der Kirchenmusik Tätigen für ihre ehren- und hauptamtlichen Dienste gedankt. Die Synode bekräftigt, „dass Kirchenmusik einen wesentlichen Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums leistet und daher die Förderung der Kirchenmusik zu den zentralen Aufgaben der evangelischen Kirchen in Österreich gehört“.

 

Die Gemeinden, Superintendenzen und die Verantwortlichen in anderen kirchlichen Arbeitsfeldern werden in dem vom Ausschuss für Gottesdienst und Kirchenmusik vorgelegten Text ermutigt „durch die Pflege eines breiten kirchenmusikalischen Spektrums und die Förderung neuer kirchenmusikalischer Entwicklungen weiter zum Aufbau der Gemeinden beizutragen“. Die Presbyterien werden ermutigt, „verstärkt auf qualitätsvolle Aus-, Fort- und Weiterbildung der Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen zu achten“. Vorgeschlagen werden in diesem Zusammenhang Kontakte zu den Musikschulen und Musikschulwerken sowie die Ablegung eines Befähigungsnachweises für alle kirchenmusikalischen Dienste.

 

Angeregt wird in dem Beschluss auch ein Studientag des Ausschusses für Gottesdienst und Kirchenmusik in Zusammenarbeit mit dem Amt und Beirat für Kirchenmusik, „um die Vielfalt und Breite der Kirchenmusik aufzuzeigen und sie in entsprechender Qualität in die gottesdienstliche Feier und das Gemeindeleben einbringen zu können“. Zur finanziellen Frage heißt es in dem Beschluss: „Kirchenmusik muss als Budgetposten auf allen Ebenen unserer Kirche aufscheinen.“

 

Zahlreiche musikalische Beiträge während der Synodensitzungen

 

Den Synodentag eröffnet hatte eine Morgenandacht von Oberkirchenrätin Hannelore Reiner, der Referentin für Kirchenmusik in der Kirchenleitung, über das Prophetenwort „Ich will Trauern in Freude verwandeln“, auf der Querflöte begleitet von der Musikpädagogin in der Johann Sebastian Bach Musikschule Maria Augustin. Augustin führte auch die Mitglieder der Generalsynode mit einer Jazz-Performance in das Thema des Tages ein. Während der gesamten Tagung der Synoden A.B. und H.B. und der Generalsynode seit dem 25. Oktober sind zu den Morgen- und Abendandachten sowie in den Verhandlungspausen zahlreiche Chöre und MusikerInnen aus verschiedenen Teilen Österreichs mit Beiträgen aufgetreten. Unter der Gesamtleitung von Landeskantor Matthias Krampe und den DiözesankantorInnen Mareen Osterloh, Sybille v. Both, Kristian Schneider und Thomas Wrenger sangen und spielten vor der Generalsynode ein Ensemble des Albert-Schweitzer-Chores, der „Erlöserkirche Gospel Choir“ der Pfarrgemeinde H.b. Wien-Süd unter der Leitung von Martin Seidl, der Kinderchor der Martin-Luther-Kirche in Linz unter der Leitung von Kristian Schneider, die Gruppen „Pallawatsch“ und „Velvet Voices“ sowie die SolistInnen Sonja Treuer (Gesang), Andreas Kretz und Daniel Neumann (Trompete), Carsten Paap (Posaune), Marco Dzumba (Saxophon) und Moritz Pedarnik (Schlagzeug).

 

Ein Kurzfilm „Kirche lebt und liebt Musik“ informierte über die kirchenmusikalische Arbeit in den evangelischen Kirchen in Österreich. In Ausstellungsständen wurden multimediale Informationen über verschiedene kirchenmusikalische Arbeitszweige präsentiert.

 

Fotos von der Synode unter foto.evang.at/

ISSN 2222-2464