Generalsynode beschließt Reform der Gemeindeebene

Raoul Kneucker
Raoul Kneucker

Oberkirchenrat Kneucker: Aus demographischen und finanztechnischen Gründen notwendig

Wien (epd Ö) – Eine Verringerung der Zahl der Mitglieder von Gemeindevertretungen und Presbyterien, die Einrichtung eines „Gemeindeforums“, mit dem interessierte fernstehende Mitglieder oder Nichtmitglieder in Entwicklungsplanungen einer Pfarrgemeinde einbezogen werden können, Regelungen und Kriterien für die Vereinigung oder Auflösung von Pfarr- und Teilgemeinden sowie eine durchgängig gendergerechte Formulierung, das sind Punkte einer Reform der Gemeindeebene der Evangelischen Kirche A.u.H.B., die die in Wien tagende Generalsynode am 26. Oktober mit großer Mehrheit beschlossen hat.

 

Wie der juristische Oberkirchenrat Raoul Kneucker bei der Präsentation der „Gemeindeverfassung“ hervorhob, handelt es sich um den ersten Teil einer umfassenden Modernisierung der Kirchenverfassung. Der Oberkirchenrat: „Ich gratuliere uns allen zu dieser Reform.“

 

Kneucker berichtete vor der Synode, dass die Reform aus demographischen und finanztechnischen Gründen notwendig gewesen sei. So habe die gesellschaftliche Mobilität größere organisatorische Flexibilität erforderlich gemacht. „Gemeindezusammenlegungen und Auflösungen von Gemeinden auf Grund demographischer Änderungen waren erstmals anzudenken und zu regeln“, erklärte der Jurist. Ebenso seien „fachliche Erfordernisse“ wie juristische und wirtschaftliche Gesichtspunkte zu bedenken gewesen. Darüber hinaus „waren die beruflichen Situationen der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zu berücksichtigen, die mitwirken wollen, sich aber nicht immer für eine ganze Funktionsperiode binden können“.

 

Zum Begutachtungsverfahren zu dieser Novellierung der Kirchenverfassung waren, so Kneucker, insgesamt 300 Institutionen und Personen eingeladen worden, von denen mehr als 40 eine Stellungnahme abgegeben haben. Dabei habe es für den Entwurf viel Zustimmung, „sogar Lob“, und zahlreiche wertvolle Anregungen sowie redaktionelle Korrekturen gegeben. „Die konnten ohne Probleme fast vollständig eingearbeitet werden“, sagte der Oberkirchenrat.

ISSN 2222-2464