Generalsynode: „Aktuelle Taten nicht verharmlosen“

Superintendent Dantine vor der Synode: Zeichen der Solidarität mit jüdischen Gemeinden. Foto: epd/Uschmann
Superintendent Dantine vor der Synode: Zeichen der Solidarität mit jüdischen Gemeinden. Foto: epd/Uschmann

Einstimmiges Zeichen gegen Antisemitismus

Wien (epdÖ) – Ein klares und deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und für den Schutz von Minderheiten setzte die evangelische Generalsynode am 14. Dezember. Mit einer Resolution verurteilen die Delegierten aus ganz Österreich die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Salzburg und Wien. „Leider ist es notwendig geworden, wieder in Erinnerung zu rufen, wozu sich die Evangelischen Kirchen 1998 verpflichtet hat. Es ist Zeit, ein Zeichen der Solidarität mit jüdischen Gemeinden zu setzen. Antisemitismus ist nicht nur latent vorhanden, sondern tritt immer wieder auch öffentlich und offen zu Tage“, so Superintendent Olivier Dantine, der die Resolution einbrachte.

Hintergrund der Resolution sind antisemitische Schmieraktionen auf sogenannten „Stolpersteinen“ udn Plakatwänden in Salzburg sowie die Beschädigung einer Gedenktafel für Opfer des Nationalsozialismus an der Evangelischen Kirche „Am Tabor“ in Wien-Leopoldstadt.

„75 Jahre nach dem Novemberpogrom von 1938 können wir aggressive Judenfeindschaft immer noch erleben“, heißt es in der Resolution. „Wir als Evangelische Kirche in Österreich haben nicht vergessen, in welches Chaos und Barbarei eine Politik des Antisemitismus, der Aggression gegen Minderheiten, der Ausgrenzung und Abwertung Anderer im Nationalsozialismus geführt hat. Darum mahnen wir nachdrücklich, die aktuellen Taten nicht zu verharmlosen.“ Die Resolution richte sich nicht nur an Kirchenmitglieder, sondern an alle Menschen in Österreich sowie an die politischen Parteien.

Die Generalsynode, die die Resolution einstimmig verabschiedete, ist das höchste gesetzgebende Organ der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich. Ihr gehören rund 70 Delegierte aus ganz Österreich an.

ISSN 2222-2464