Gemeinden brauchen Visionen, um wachsen zu können

Fritz Neubacher, Michael Herbst und Michael Bünker (v.l.) hielten Vorträge beim diesjährigen Frühjahrskongress des Werks für Evangelisation und Gemeindeaufbau.
Fritz Neubacher, Michael Herbst und Michael Bünker (v.l.) hielten Vorträge beim diesjährigen Frühjahrskongress des Werks für Evangelisation und Gemeindeaufbau.

Frühjahreskongress heuer unter dem Motto „Missonarisch Kirche sein“

Puchberg/Wels (epdÖ) – „Missionarisch Kirche sein“ – unter diesem Motto trafen sich vom 20. bis zum 22. April rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum diesjährigen Frühjahrskongress des Werks für Evangelisation und Gemeindeaufbau im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels. Referenten aus Österreich und Deutschland gaben in Workshops, Vorträgen und Gottesdiensten ihr Wissen weiter.

Höhepunkte des Wochenendes waren die Vorträge von Michael Herbst, Praktischer Theologe in Greifswald und Gründungsdirektor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, sowie eine Diskussion mit Bischof Michael Bünker und Pfarrer Fritz Neubacher vom Werk für Evangelisation und Gemeindeaufbau.

„Visionen haben eine verändernde Kraft für unseren Dienst und unsere Gemeinden. Sie ziehen uns nach vorne. Sie wecken Sehnsucht. Sie helfen uns zu agieren und nicht nur immer zu reagieren“, sagte Michael Herbst in seinem Vortrag „Was Gemeinde ausmacht und woran es hakt“. Anhand biblischer Stellen zeigte er auf, wie wichtig Visionen und der Blick nach vorne für den Gemeindeaufbau sind. Probleme sieht Herbst in einem „Mangel an Tiefgängern“, einem „Mangel an Mut zum Risiko“ sowie in einem „Mangel an Führungskompetenz“.

„Um missionarisch Kirche zu sein, brauchen wir nicht permanent gegen den Strom zu schwimmen, in erster Linie dürfen wir in den Strom Gottes eintauchen“, so Pfarrer Neubacher im „Infight“, einer Podiumsdiskussion, an der auch Bischof Michael Bünker und Michael Herbst teilnahmen. „In der Kirche erleben wir eine mentale Gefangenschaft im Milieu“, erklärte Herbst. „Vielleicht müssen wir als Gemeinden das Ziel aufgeben, Menschen anderer Mi-lieus in die engen Grenzen unserer kirchlichen Milieus zu transferieren. Wir werden als Gemeinden nicht mehr wachsen, aber wir werden anderen gesellschaftlichen Gruppen das Evangelium bringen.“ Bischof Bünker erinnerte daran, dass im Neu-Anfangen Gottes das Ziel bereits vorhanden ist.

Neben Diskussionen und Vorträgen erwartete die TeilnehmerInnen auch Gottesdienste, Kabarett und Musik. Im Gottesdienst pflanzten die Anwesenden ein Bäumchen auf der großen Österreich-Karte an dem Ort, am dem sie leben. Der Gedanke „Wir wollen Leben bringen“ stand hinter dieser Aktion.

 

ISSN 2222-2464