Gedenkfeiern zum 100. Geburtstag von Gerhard Glawischnig in Kärnten und Wien

St. Veit/Glan/Wien – „De Tür lahnt auf, muaßt eine gehn, was drin is, werst erst drin verstehn!“ Diesen Worten des Dichters, Literaten und ehemaligen Kärntner Superintendenten Prof. Gerhard Glawischnig folgten über 300 Gäste zur Gedenkfeier am 11. November in St. Veit an der Glan. Anlass war der 100. Geburtstag des 1995 verstorbenen Pfarrers, Dichters und Komponisten. Als Veranstalter des Abends begrüßten das Kärntner Bildungswerk, Pfarrer Mag. Martin Müller als Leiter der Evangelischen Akademie Kärnten und Superintendent Mag. Manfred Sauer unter den Gästen u.a. die Familie, Freunde und Wegbegleiter Glawischnigs. Müller nannte den verstorbenen Superintendenten einen „Amtsbruder und Dichter mit liebevollem Auge zum Detail“. Superintendent Sauer würdigte die Texte des Dichters und betonte: „Seine Worte, seine Lieder, sein Schaffen, sein Wirken, sein Wesen waren immer wieder wie eine Sonne, die wärmt, die aufgeht, die Hoffnung gibt und die Dunkelheit durchbricht.“

Weltoffene Frömmigkeit und Liebe zur Heimat

Glawischnig (1906-1995) hat die Kärntner Mundartdichtung und das Kärntnerlied entscheidend mitgeprägt. Viele Kärntnerlieder stammen aus seiner Feder. Sein literarisches Wirken verbindet weltoffene Frömmigkeit, die Liebe zur Heimat und humorvoll feinsinnige Beobachtung des ländlichen Lebens, wie er es als evangelischer Pfarrer bei den Menschen erlebt hat. Sein Werk in Mundart oder Hochsprache ist Teil der Kärntner Volkskultur geworden. „Von der Wärme des Lebens reden, von Liebe reden, dichten, singen, von Glaube, Hoffnung und Liebe predigen, Mut zusprechen, trösten und aufrichten, von der Vielfalt, der Schönheit und Verletzlichkeit des Lebens erzählen, von der Barmherzigkeit und Rechtfertigung allein aus Glauben – das hat Gerhard Glawischnig mit großer Leidenschaft und Hingabe mit enormer schöpferischer Ausdruckskraft getan“, erklärte Sauer. Glawischnig habe immer wieder auch sehr viel von sich selber „hergezeigt, hergegeben und eingesetzt“. Der Superintendent bezeichnete Glawischnig als einen Menschen, „bei dem man die Wärme, die Glut, das Feuer für Worte, Gesten und für das Evangelium gespürt“ habe.

Die Lesung der Texte Glawischnigs durch Prof. Hans Mosser wurde umrahmt von neuen Kärntner Liedern durch den Chor des Singkreises Porcia unter der Leitung von Prof. Hellmuth Drewes. Außerdem wurden zwei Lieder uraufgeführt, deren Texte Glawischnig zu Lebzeiten seinem Freund Drewes anvertraut hatte.

Glawischnig-Gedenkabend in Wien

Unter dem Titel „A Blüah übarn Himml…“ widmet sich auch ein musikalischer und literarischer Abend dem Gedenken an Glawischnig am 1. Dezember in Wien. In der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering werden Bischof Mag. Herwig Sturm über den Menschen und Oberkirchenrat Hon.-Prof. Dr. Michael Bünker über Glawischnig als Dichter sprechen. Moderiert wird der Abend von MinR. Univ.-Prof. Dr. Karl Schwarz. Einzelne Texte Glawischnigs werden von Ilse Storfer, SI i.R. Mag. Hellmut Santer, Superintendent Mag. Hansjörg Lein und Pfr. Mag. Sepp Lagger vorgetragen. Die Singgruppe des Club Carinthia unter der Leitung von Ilse Storfer führt musikalisch durch den Abend.

Weitere Informationen bei der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering, Braunhubergasse 20, 1110 Wien, Tel.: 01/749 12 04.

ISSN 2222-2464