Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938

Wien (epd Ö) – Mit einer Feier im Wiener Stadttempel gedenkt die Israelitische Kultusgemeinde am Sonntag, 9. November, um 18.30 Uhr der Opfer der Novemberpogrome des Jahres 1938. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg und der Präsident der Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, werden dabei in Ansprachen an die Ereignisse vor genau 70 Jahren erinnern. An dem Gedenken im Stadttempel nehmen auch Bundespräsident Heinz Fischer sowie Kardinal Christoph Schönborn, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker teil. Das Gedenken wird mit dem Kaddish, dem traditionellen jüdischen Totengebet, schließen.

In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden alle Wiener Synagogen und Bethäuser in Brand gesteckt. Der Stadttempel entging als einziger der Vernichtung, weil er in der dicht verbauten Wiener Innenstadt liegt. Er wurde allerdings völlig verwüstet.

Zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Novemberpogrome begehen auch heuer wieder mehrere kirchliche und jüdische Organisationen gemeinsam die Bedenkwoche „Mechaye Hametim “ (Der die Toten auferweckt). Österreichweit finden angesichts der Ereignisse vor 70 Jahren zahlreiche Veranstaltungen statt, in denen u.a. auch die kirchliche Mitschuld am Antisemitismus thematisiert wird. Im Zentrum der Gedenkveranstaltungen steht ein ökumenischer Gottesdienst am 9. November um 17 Uhr in der Wiener Ruprechtskirche in der Inneren Stadt. Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Michael Bünker und Metropolit Michael Staikos werden den Gottesdienst gestalten, predigen wird Bischof Bünker. Im Anschluss folgt ein „Schweigegang“ zum Mahnmal auf dem Wiener Judenplatz.

Einen Überblick über die kirchlichen Gedenkveranstaltungen bietet die Internet-Seite des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit unter www.christenundjuden.org.

ISSN 2222-2464