Fußball-Europameisterschaft 2008: Kirchen wollen zum Fairplay beitragen

ÖFB-Präsident Stickler (links) und ÖRKÖ-Vorsitzender Bischof Sturm beim Signieren des offiziellen Balles der EURO 08
ÖFB-Präsident Stickler (links) und ÖRKÖ-Vorsitzender Bischof Sturm beim Signieren des offiziellen Balles der EURO 08

Pressekonferenz über die Begleitung der EURO 08 durch die Kirchen

Wien (epd Ö) – „Teamgeist ist eine hohe menschliche Fähigkeit, ein Erlebnis dessen, wie man als Mensch mit anderen Menschen kommunizieren kann.“ Das sagte der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Bischof Mag. Herwig Sturm, am 27. November bei einer Pressekonferenz über „Kirche 08 – Am Ball seit 2008 Jahren“, die Begleitung der Fußball-Europameisterschaft 2008 durch die Kirchen in Österreich. Sturm äußerte seine Freude über die gute Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Kirche und Sport. Fußball, so Sturm, sei eine Form des Spiels. Zum Spiel gehöre die „Freiheit von fremden Zwecken“. Es gehe darum, „den Kampf regelgerecht zu führen und die Grenze zwischen Spiel und Ernst einzuhalten“. Hier spiele das Fairplay eine Rolle. Zu diesem Fairplay wollten die Kirche beitragen.

„Die Faszination des Fußballs besitzt einen hohen Stellenwert auch für das Leben, denn Kinder lernen beispielsweise spielend“, sagte Weihbischof Dr. Franz Lackner. Das Spiel präge gewissermaßen das „ganze Leben“, so der für die Jugend verantwortliche römisch-katholische Bischof. Es gehe beim Spiel immer auch darum, „sich innerhalb eines Raumes zu bewähren“. Dies sei das „schöpferische Element des Spiels“. Ähnlich verhalte es sich auch im Glauben, wenn der Mensch „Spielwiesen findet und ein eigenes räumliches Dasein entwickelt“. Innerhalb dieser Vorgaben entwickelt sich der spielende Mensch. Lackner, selber begeisterter Fußballer und ‚Linksfuß‘: „Es gibt eine Dynamik im Spiel, die nicht durch Training zu erreichen ist, sondern nur dadurch, dass der Mensch sich dieser Dynamik hingibt.“

Als eine „Steilvorlage“ für Christen bezeichnete der Vorsitzende der Österreichischen Evangelischen Allianz, Drs. Frank Hinkelmann, die EURO 08. Da Fußball die ganze Gesellschaft betreffe, betreffe das Ereignis auch die Kirchen, Freikirchen und christlichen Gemeinschaften. Das kirchenübergreifende Engagement der Evangelischen Allianz „Kickoff 2008 – Anstoß für den Glauben“ wolle auf den Glauben verweisen, „der die Motivation und Grundlage unseres persönlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Engagements ist: der Glaube an Jesus Christus“.

ÖFB-Präsident Stickler: Fußball hat integrative Kraft

„Begeistert“ über das Engagement der Kirchen bei ihrer Reflexion über den Sport zeigte sich der Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) DI Friedrich Stickler bei der Pressekonferenz. Stickler betonte die „integrative Kraft“ des Fußballs, die sich bei solch großen Fußballereignissen zeige, jedoch als „Langzeitprojekt“ in der Gesellschaft weitergeführt werden müsse. Die kommende Europameisterschaft könne dazu nur ein Anstoß sein. Wie der Präsident des Wiener Landesfußballverbandes Kurt Ehrenberger ergänzte, gebe es insbesondere beim Nachwuchs keinerlei Integrationsprobleme im Blick auf ausländische Spieler. Es bestünden zwar Sprachschwierigkeiten, aber das gemeinsame Ziel stehe im Vordergrund.

Einige Projekte der kirchlichen Initiative „Kirche 08 – Am Ball seit 2008 Jahren“ stellte der Leiter des Pastoralamtes der Erzdiözese Wien, Michael Scharf, vor. So werde ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst in Basel stattfinden, ein Abschlussgottesdienst am 28. Juni in Wien sei in Planung. Während der Europameisterschaft findet eine Ausstellung „Helden – Heilige – Himmelsstürmer. Fußball und Religion“ im Wiener Dom- und Diözesanmuseum statt.

O-Ton im evang-Podcast: „Kirchen mischen bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 mit“

ISSN 2222-2464