Fünf Jahre Ökumenisches Forum in der Steiermark

Zwischen „tragfähigem Grundkonsens“ und Sehnsucht nach eigener Identität

Graz, 18. Februar 2004 (epd Ö) Von einem „besonderen steirischen Klima“ und einer „besonderen ökumenischen Vorreiterrolle“ der Steiermark sprach der steirische Superintendent Mag. Hermann Mikas am 11. Februar auf einem Empfang des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen im Grazer Landhaus. Das Forum, dessen Vorsitzender Miklas ist und das in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert, bewähre sich bei der Pflege von Kontakten und Kooperation, bei Austausch und gegenseitiger Unterstützung der christlichen Kirchen. Miklas hob den „tragfähigen Grundkonsens“ zwischen allen Kirchen in der Steiermark hervor und die Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten. Zugleich sei aber bei aller Nähe auch die Sehnsucht nach eigener Identität und klarer Unterscheidbarkeit der Kirchen spürbar. Bei dem Empfang, an dem VertreterInnen aller Kirchen der Steiermark, der jüdischen Kultusgemeinde und aller politischen Parteien teilnahmen, und in dessen Mittelpunkt auch das Ökumenische Sozialwort stand, verwies Diözesanbischof DDr. Egon Kapellari darauf, dass eine faire Ökumene Sensibilität und Achtung gegenüber der Glaubensidentität der jeweils anderen Kirche verlange, und „nicht bloß Respekt vor Meinungsumfragen und vor Gefühlen“, die der Tiefe des Mysteriums der Eucharistie nicht gerecht würden. Das Sozialwort nannte der Bischof ein „herausragendes Beispiel für ein immer besseres Miteinander“.

Ökumenisches Sozialwort ist „Leitplankensystem“

Pastor Wilfried Nausner von der Methodistenkirche bezeichnete die Grundlinien des Sozialworts als „Leitplankensystem, das Sicherheit und Orientierung bietet“ auf den Straßen. Der griechisch-orthodoxe Theologe Dr. Grigorios Larentzakis sagte, dass insbesondere angesichts der bevorstehenden Erweiterung der EU die Gesellschaft die dauernde Begleitung der Kirchen westlicher und östlicher Tradition benötige. Kirche könne niemals unpolitisch sein, unterstrich der stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Forums.

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ISSN 2222-2464