Früherer reformierter Landessuperintendent Wolfram Neumann verstorben

Von 2004 bis 2007 war Wolfram Neumann Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche. Foto: epd/Uschmann
Von 2004 bis 2007 war Wolfram Neumann Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche. Foto: epd/Uschmann

Schulgründer mit befreiungstheologischem Profil

Dornbirn/Wien (epdÖ) – Der frühere Oberkirchenrat und Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche Wolfram Neumann ist in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai im 79. Lebensjahr in Dornbirn verstorben. Das teilte der Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich in einer Aussendung mit. Neumann war von 1986 bis 2007 Mitglied des Oberkirchenrats H.B. gewesen, von 2004 bis 2007 hatte er die reformierte Kirche als Landessuperintendent geleitet. In dieser Funktion war Neumann auch Mitglied des Oberkirchenrats A. und H.B.

„Mit seinem befreiungstheologischen Profil hat sich Wolfram Neumann stark für soziale Gerechtigkeit eingesetzt“, sagte der amtierende Landessuperintendent Thomas Hennefeld gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Neumann habe das Amt in einer für die Kirche schwierigen Phase übernommen und von Dornbirn aus geführt, was nur dank der Unterstützung durch seine Frau, selbst ordinierte Theologin, möglich gewesen sei. In seiner Amtszeit habe sich Neumann sehr bemüht, die reformierten Gemeinden zu besuchen und seiner Rolle als „primus inter pares“ gerecht zu werden.

Wolfram Neumann wurde am 5. Mai 1941 im polnischen Rawicz geboren. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste die Familie über Berlin nach Rathenow flüchten, ehe sie sich im niedersächsischen Hameln niederließ.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Hermannsburg in der Lüneburger Heide studierte Neumann Theologie in Neuendettelsau (Bayern), ging dann nach Marburg (Hessen) und beendete das Studium der Theologie in Wien. In der Studienzeit lernte er seine Frau Sabine kennen. Die beiden heirateten 1968 im bayrischen Ansbach.

Sein Vikariat absolvierte Wolfram in St. Pölten und St. Ruprecht bei Villach. Nach zwei Jahren als Pfarrer in Villach-Nord und einer kurzen Zeit in Friesland übernahmen Wolfram und Sabine im Herbst 1976 die Pfarrstelle in Wiener Neustadt. Hier blieben sie über fünf Jahre, den Höhepunkt bildeten die Festlichkeiten zur 200-Jahrfeier des Toleranzpatentes in Österreich 1981. Im Jahr darauf wurde Wolfram Neumann Pfarrer der Gemeinde Dornbirn und übersiedelte damit ins Kirchenregiment H.B.

1986 wurde Wolfram Neumann in den Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche H.B. gewählt. Von 2004 bis 2007 war er deren Landessuperintendent. In seiner Amtseinführung im September 2004 hatte Neumann die Politik an Ihre Verantwortung für die Gesellschaft gegenüber Wirtschaft und Finanzmärkten gemahnt.

In seiner Aussendung unterstreicht der reformierte Oberkirchenrat sein Engagement in der Befreiungstheologie. Ein mehrmonatiger Aufenthalt in Lateinamerika führte zu einem indigenen Schul-Projekt der Maya-Indios im guatemaltekischen Chajabal, das heute noch von der Gemeinde Dornbirn unterstützt werde.

Der Tod seiner Frau, Sabine Neumann, im Jahr 2016 sei ein tiefer Einschnitt für Neumann gewesen. Er hinterlässt zwei Söhne und zwei Enkelkinder.

Die Trauerfeier findet am Montag, 17. Juni, um 18.30 Uhr in der Heilandskirche in Dornbirn statt. Die Beisetzung im Grab erfolgt im engsten Familienkreis.

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ISSN 2222-2464