Fresach: „Europäische Toleranzgespräche“ beginnen am 11. Mai

Der Klimawandel ist eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Europäischen Toleranzgespräche in Fresach. Im Bild: zahlreiche Gletscher weltweit sind vom Klimawandel betroffen, wie etwa der Taulliraju in Peru. Mit schlimmen Folgen für Natur und Mensch. (Foto: Wikipedia/Florian Ederer)
Der Klimawandel ist eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Europäischen Toleranzgespräche in Fresach. Im Bild: zahlreiche Gletscher weltweit sind vom Klimawandel betroffen, wie etwa der Taulliraju in Peru. Mit schlimmen Folgen für Natur und Mensch. (Foto: Wikipedia/Florian Ederer)

Menschenrechte und Klimawandel bilden Schwerpunktthema

Fresach (epdÖ) – „Die Grenzen Europas: Menschenrechte und die Folgen des Klimawandels für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ –mit dem Schwerpunktthema 2016 begeben sich die Initiatoren des Denk.Raum.Fresach auf das Minenfeld der aktuellen Diskussion über Flüchtlingsströme und deren Bewältigung. Die „Europäischen Toleranzgespräche Fresach“ beginnen am 11. Mai und dauern bis zum 14. Mai.

„Wir wollen nicht nur zuschauen und besserwissen, sondern anhand vieler positiver Beispiele und Menschen mit Verantwortung aufzeigen, wie es besser gehen kann. Wir müssen aber auch die internationale Politik daran erinnern, wo die Wurzeln der neuen Völkerwanderung liegen“, erklärte der Präsident des Kuratoriums Fresach, Hannes Swoboda, bei der Vorstellung des Programms 2016 in Wien. Manfred Sauer, Vereinsobmann und Superintendent der Evangelischen Kirche in Kärnten und Osttirol, kündigte für die Toleranzgespräche Impulse an, die Mut machen und Lösungsvorschläge hervorbringen. „Wir müssen die vorherrschenden Ängste und Sorgen ernst nehmen und uns aktiv an deren Abbau beteiligen. Wir setzen dabei auf Information, Aufklärung und den persönlichen Dialog, die bewährtesten Mittel, um Vorurteile aufzuweichen“, so Sauer bei der Programm-Vorstellung.

Eine Reihe von internationalen Top-SchriftstellerInnen, PolitikerInnen und WissenschafterInnen kommen nach Fresach, so u.a. Nahid Bagheri-Goldschmied (Iran), Hassan Baroud (Ägypten), Seher Cakir (Türkei), Lev Detela (Slowakei), Ishraga Mustafa Hamid (Sudan), Aftab Hussain, Sarita Jenamani (Indien), Chibo Onyeji (Nigeria) und Serafettin Yildiz (Österreich). Für sie ist Fresach eine Möglichkeit der Bestandsaufnahme, um dem Publikum zu zeigen, „wo wir heute in Europa stehen. Und wohin wir gehen können“, heißt es seitens der Veranstalter.

Die Keynote am 12. Mai in Fresach hält der frühere Umweltminister und langjährige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer. Er wird insbesondere auf den globalen Klimawandel und seine Folgen eingehen. Danach diskutieren der Physiker Niyazi Serdar Sariciftci von der Universität Linz und der Wirtschaftswissenschafter Henning Vöpel vom Hamburger Weltwirtschaftsinstitut unter anderem über Globalisierung, Klimawandel und Szenarien für eine bessere Zukunft ohne (neue) Grenzen. Am Nachmittag stehen die Kosten des Klimawandels auf dem Programm, mit Umwelthistorikerin Verena Winiwarter von der Universität Klagenfurt, Umweltlandesrat Rolf Holub, der bekannten Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, Volkswirtschafter Karl Steininger und Umweltrisiko-Ökonom Franz Prettenthaler. Danach folgt eine Diskussion über mögliche Strategien gegen die Völkerwanderung, mit Rechtsphilosoph Reinhard Merkel, Afrika-Experte Harald Stoisser und Kulturphilosoph Pravo Mazumdar.

Den zweiten Diskussionstag am 13. Mai eröffnet „Presse“-Kolumnistin Anneliese Rohrer mit einem provokanten Zwischenruf zum Thema „Alte Grenzen, neue Gräben: Warum wir den Klimawandel brauchen“. Danach diskutiert eine Strategie-Runde über „Europa im Dilemma, Klimaflüchtlinge und die Grenzen des Zumutbaren“. Im Toleranzforum am Nachmittag stehen „Praktische Tipps für ein besseres Zusammenleben“ mit Integrationsprofi Bernhard Perchinig und Sozialanthropologin Christa Markom auf dem Programm. Migrationsexpertin Gudrun Biffl spricht über die Chancen und Risiken der Integration auf dem Arbeitsmarkt.

Das Programm wird wieder von Ethno-Jazz und Kabarett umrahmt. Höhepunkt ist die „Lange Nacht der Toleranz“ mit einem Konzert von Karen Asatrian (Echos from Armenia) sowie Kabarett-Auftritten von Franz Ferdinand Kratzl („Rede an die Nation“) und Thomas Maurer („Der Tolerator“). Den Abschluss bildet der Young Poetry Slam am Samstag, 14. Mai zum Thema „Ausgrenzen, eingrenzen, umgrenzen. Fünf Minuten bis zur Grenze. Fünf Minuten grenzenlos frei.“

Weitere Informationen zu den Europäischen Toleranzgesprächen und zum Programm finden Sie unter www.fresach.org.

ISSN 2222-2464