Frauentag: Ernährungssicherheit weltweit liegt bei Frauen

"Wenn Frauen denselben Zugang zu Land, Dünger, Saatgut, Werkzeug und Krediten hätten wie Männer, könnten ihre Erträge um 20 bis 30 Prozent steigen. Genug, dass 150 Millionen Hungernde satt werden", so Dagmar Lassmann von "Brot für die Welt". (Foto: APDA)
"Wenn Frauen denselben Zugang zu Land, Dünger, Saatgut, Werkzeug und Krediten hätten wie Männer, könnten ihre Erträge um 20 bis 30 Prozent steigen. Genug, dass 150 Millionen Hungernde satt werden", so Dagmar Lassmann von "Brot für die Welt". (Foto: APDA)

„Brot für die Welt“: „Stellung der Frauen in Landwirtschaft stärken“

Wien (epdÖ) – Seit über 100 Jahren erinnert der Internationale Frauentag am 8. März an den Kampf um die Gleichstellung von Frauen und Männern. Gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern sind es meist die Frauen, in deren Verantwortung die Nahrungsmittelproduktion liegt. Trotzdem sind Frauen und Mädchen erheblich stärker von Armut und Hunger betroffen, berichtet die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ in einer aktuellen Aussendung. „Es ist notwendig, die Stellung der Frauen in der Landwirtschaft zu stärken, um den Hunger in der Welt effektiv zu überwinden“, so Dagmar Lassmann, Leiterin des Projektreferates „Brot für die Welt“. Bis zu 80 Prozent der Grundnahrungsmittel würden von Frauen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft produziert. Trotzdem litten Frauen und Mädchen häufiger an Mangelernährung und seien somit öfter von Krankheiten und daraus folgenden Behinderungen betroffen. Denn innerhalb der Familie würden sie meist nur einen kleinen Teil der ohnehin knappen Lebensmittelrationen erhalten.

Wenn es um die Versorgung der Familien mit Nahrung geht, stünden Frauen im Vordergrund. In Entwicklungs- und Schwellenländern würden sie meist die Hauptverantwortung für die Nahrungssicherheit in den Haushalten tragen. Dem gegenüber steht, dass Frauen nur über zehn Prozent der Anbaufläche verfügen. Außerdem gehört ihnen lediglich ein Prozent aller Landtitel. „Diese Benachteiligung von Frauen stellt ein gravierendes Entwicklungshindernis dar. Es gehört zu unseren Aufgaben, uns für die Rechte von Frauen weltweit starkzumachen“, sagt Lassmann. „Wenn Frauen denselben Zugang zu Land, Dünger, Saatgut, Werkzeug und Krediten hätten wie Männer, könnten ihre Erträge um 20 bis 30 Prozent steigen. Genug, dass 150 Millionen Hungernde satt werden.“

„Obwohl sich seit der Einführung des Internationalen Frauentages schon einiges zum Positiven verändert hat, muss erwähnt werden, dass Frauen bis heute in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sehr viel weniger Möglichkeiten zu einem selbstbestimmten Leben als Männer haben. Frauen haben oft eine schlechtere oder gar keine Ausbildung, sie verdienen deutlich weniger, besitzen nur selten Land und werden oft Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt“, erklärt Lassmann.

„Brot für die Welt“, die entwicklungspolitische Aktion der Evangelischen Kirche in Österreich, fördert gezielt die Ausbildung von Frauen und Mädchen, um nachhaltige Ernährungssicherheit gewährleisten zu können. Die Arbeit kann mit einer Spende unterstützt werden:
IBAN: AT67 2011 1287 1196 6366 – BIC: GIBAATWWXXX

ISSN 2222-2464